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Kolumne Die Woche Im Rathaus: Hängepartie für den Messechef

Kolumne Die Woche Im Rathaus : Hängepartie für den Messechef

Lässt Oberbürgermeister Thomas Geisel den verdienten Werner Dornscheidt am langen Arm verhungern?

Bei einem der zahlreichen Neujahrsempfänge der letzten Tage wurde wieder einmal durchgezählt, wie viele Chefs städtischer Töchter unter Oberbürgermeister Thomas Geisel ihren Hut nehmen mussten. Es sind so viele, dass es am Ende hieß: Jetzt ist nur noch Werner Dornscheidt übrig. In der Tat käme wohl niemand auf die Idee, den erfahrenen und erfolgreichen Kopf der Messe an die frische Luft zu setzen. Im Gegenteil: Schon unter Oberbürgermeister Dirk Elbers hieß es, er solle vielleicht noch ein bis zwei Jahre dranhängen.

Im Aufsichtsrat herrscht breite Zustimmung für den Düsseldorfer, der vor mehr als 40 Jahren bei der Messe anfing und seit 2004 Vorsitzender ihrer Geschäftsführung ist. Dornscheidt hat auch beim Streit um Ausschüttungen bislang einen Ausgleich mit der Stadtspitze hinbekommen. Anders als Arndt Hallmann, der deswegen nicht mehr Sparkassenchef ist. Auch bei der Strategie herrscht Einigkeit. Anders als bei der Rheinbahn, wo wegen eines Dissens' mit der Stadtspitze Dirk Biesenbach gehen musste und durch Michael Clausecker ersetzt wurde. Und auch als Manager an sich überzeugt Dornscheidt. Anders als Ludger Dohm, der den Spitzenposten beim Flughafen nicht allzu lange innehatte. Dohm war übrigens die erste wichtige Personalentscheidung, die in Geisels Zeit als Oberbürgermeister fiel. Er hatte sie nicht beeinflusst, korrigierte sie später aber.

Nun sprechen sich Politiker von den Grünen bis zur CDU dafür aus, dass Dornscheidt über die Altersgrenze hinaus, die er im nächsten Jahr erreicht, weitermacht. Geisel aber steht in diesem Punkt nicht eindeutig hinter seinem Messe-Chef und taktiert, meint sogar, dieses Jahr müsste nichts entschieden werden. Eine Hängepartie hat Dornscheidt aber allemal nicht verdient, auch nicht, dass Geisel, auf den es ankommt in dieser Frage, seinen Vertrag einfach auslaufen lässt. Das ist, wieder einmal, auch eine Frage des Stils. Es muss Klarheit geschaffen werden. Zu berücksichtigen ist bei alldem, dass mit Joachim Schäfer zum Herbst bereits ein Messe-Geschäftsführer in den Ruhestand tritt. Die Messe braucht auch Kontinuität, zu viele Wechsel bergen Risiken.

(RP)