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Große Düsseldorfer Fläche: "Hängende Gärten" - Neues Wohnquartier in Düsseltal

Große Düsseldorfer Fläche : "Hängende Gärten" - Neues Wohnquartier in Düsseltal

An Grashof- und Mercedesstraße am Smart-Center liegt seit einigen Jahren eine große Fläche brach. Das könnte sich ändern. Die Stadtverwaltung hat für diesen Platz die Pläne für ein Wohn- und Geschäftsquartier vorgestellt.

Am Mörsenbroicher Ei könnten in einigen Jahren fast 500 Bürger eine neue Wohnung finden. Die brachliegende Fläche an der Mercedes- und Grashofstraße soll für neue, qualitätvolle Wohnungen nutzbar gemacht werden.

"Das Quartier wird aber nur zusammen mit gewerblicher Nutzung funktionieren", sagt Wolfgang Kleiner, Geschäftsführer der Kopernikus VV GmbH, die als Investor fungiert.

Das Konzept sieht eine nach Süden abgestufte achtgeschossige Bebauung entlang der Grashofstraße sowie eine offene, lärmabgewandte Kammbebauung mit drei Innenhöfen zur Mercedesstraße vor. Diese "Finger"-Baukörper sollen sich in zwei Staffelgeschosse über einem sechsgeschossigen Sockel gliedern. Zur Mercedesstraße hin wird die geplante Bebauung die Sechsgeschossigkeit der gegenüberliegenden gewerblichen Nutzung aufnehmen.

Leitidee des Entwurfes ist die Realisierung von "hängenden Gärten". Entlang der Grashofstraße könnte eine Gebäude-Glaswand-Kombination mit Balkonen und Terrassen in Richtung der Innenhöfe den Verkehrslärm abschirmen. Mit dieser geschlossenen Bebauung soll der erforderliche Schutz vor Verkehrslärm erreicht werden.

Die Wohn-"Finger" werden durch den Schutz der Nordfassade ausschließlich nach Süden orientiert sein und können auf diese Weise den Wohnungen eine optimale Ausrichtung nach Süden, Westen und Osten bieten. Für alle Wohnungen sind Balkone oder Gärten vorgesehen. Die geplanten Knicke der Baukörper könnten ein spannendes Raumgefühl erzeugen und unterschiedliche Blickbeziehungen öffnen.

Das Ensemble bietet durch diese leichten dynamischen Linien eine gute Strukturierung der Baumassen. Die grünen Innenhöfe öffnen sich zu der geplanten Promenade (zwischen den geplanten Stadtplätzen Ost und West) an der Mercedesstraße. An dieser Stelle sind wohnungsnahe Spiel- und Aufenthaltsangebote geplant.

Die Innenhöfe werden etwas erhöht über der Promenade liegen, um einen halböffentlichen, ruhigeren Freiraum zu erhalten. Alle Innenhöfe sind jedoch über Rampen barrierefrei zu erreichen.

Eine zweigeschossige Tiefgarage mit Zu- und Ausfahrten parallel zur Mercedesstraße ist ebenfalls wie abschließbare Fahrradplätze vorgesehen. Insgesamt ist die Realisierung von etwa 480 Wohneinheiten geplant, wobei auch 200 Studentenwohnen und eine Kindertagesstätte mit Außenspielflächen vorgesehen ist. Etwa 40.000 Quadratmeter Wohnfläche enthalte das Quartier, sagt Kleiner.

Für die Gebiete an Mercedes- und Grashofstraße gilt zurzeit noch der Bebauungsplan aus dem Jahr 2002. Mit diesem Bebauungsplan wurde versucht, für das Gelände des ehemaligen Straßenbahnbetriebshofes einen repräsentativen Stadteingang mit drei Hochhäusern und einer verbindenden Stadtkante zu finden. Ziel war damals, überwiegend Büro- und Dienstleistungsarbeitsplätze anzusiedeln. Dieses Ziel ließ sich jedoch bis heute nicht realisieren.

Der geplante Stadteingang in die Innenstadt blieb unvollständig. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach innenstadtnahem Wohnraum, insbesondere auch für Studierende der neuen Fachhochschule Düsseldorf an der Münsterstraße, soll die Arbeit für diese brachliegende Fläche wieder aufgenommen werden.

Städtebauliche Ziele sind die Entwicklung einer stärkeren Mischung von Wohnen und Arbeiten im Quartier sowie die Vollendung der fehlenden baulichen Stadtkante an der Grashofstraße.

(RP)