Düsseldorf: Händler stellen Weichen für den neuen Großmarkt

Düsseldorf : Händler stellen Weichen für den neuen Großmarkt

Die Pläne zur Modernisierung kommen in Fahrt: Die Händler haben inzwischen Kapital für Investitionen gesammelt, sich neu organisiert und diskutieren mit der Stadt nun über Fragen wie Angebot und Größe.

Hinter den Mauern an der Ulmenstraße 275 nehmen die Pläne für eine Umstrukturierung und Modernisierung des mehr als 80 Jahre alten Großmarkts Formen an. Die Händler und Erzeuger haben in den vergangenen Monaten dafür erste Weichen gestellt. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Wie wollen sich die Händler und Erzeuger an den Kosten für die Modernisierung beteiligen?

Der Investitionsstau ist mit mehreren Millionen Euro immens. Doch die Händler und Produzenten wollen die Stadt, die Eigentümerin der Liegenschaft ist, dabei unterstützen. "Wir haben schon jetzt eine hohe sechsstellige Summe eingesammelt", sagt René Hecker von der Großmarktgilde.

Wie sehen denn die Pläne für den neuen Großmarkt aus?

Die Stadt hat den Marktplatz von externen Spezialisten durchleuchten lassen und dabei herausgefunden, dass das Angebot lückenhaft ist. An dem Standort will man aber festhalten. Neben Obst, Gemüse und Blumen brauche man Molkereiprodukte, Fisch- und Fleischwaren, Getränke (etwa Spirituosen), Bio-Produkte und Feinkost. Zudem ist die Infrastruktur marode, Hallen sind sanierungsbedürftig und teils nur über Treppen zu erreichen, was den An- und Abtransport der Waren erschwert und daran liegt, dass das früher über Eisenbahnwaggons abgewickelt wurde. Die Zufahrt zum Sprinterwerk von Mercedes-Benz soll wiederum verbessert werden: Zurzeit bahnt sich der Schwerlastverkehr seinen Weg schon mal mitten durch das Großmarkt-Areal.

Dann wird das Areal des Großmarkts vergrößert?

Nicht zwangsläufig. Die Stadt will das fast 17 Hektar große Areal effizienter nutzen. Vor Ort gibt es zum Beispiel Firmen, die mit dem Marktgeschäft eigentlich nichts zu tun haben, etwa einen Autohandel. Gut möglich, dass die Stadt sich von diesen trennt. Zudem gibt es viele große, freie Flächen, die nicht genutzt werden, weil der Umschlagplatz über die vielen Jahrzehnte eher ungeordnet gewachsen ist, aber auch, weil einst Gleise für den An- und Abtransport vor Ort lagen.

Wie verbindlich sind die Verhandlungen zwischen Stadt und Gilde, wenn diese nur eine lose Interessengemeinschaft ist?

Viele Händler und Erzeuger haben sich vor Kurzem zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammengeschlossen, damit die Stadt "einen Gesprächspartner am Verhandlungstisch hat, der auch handlungsfähig und verbindlich ist: Wir haften mit unserem Privatvermögen", sagt Hecker. Der Name - Großmarkt Düsseldorf zwei.null GbR - soll weiter mit Leben gefüllt werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Man sei in ständigen Gesprächen mit der Stadt, sagt Hecker. Am Montag wird auch im Haupt- und Finanzausschuss über den Großmarkt gesprochen: So will die CDU-Fraktion etwa detailliert über den aktuellen Stand informiert werden.

(semi)
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