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Bundeskartellamt entscheidet: Häfen dürfen kooperieren

Bundeskartellamt entscheidet : Häfen dürfen kooperieren

Das Bundeskartellamt hat die Fusion der Hafenkonzerne Neuss-Düsseldorf und Köln genehmigt. Damit können beide Firmen ihre Häfen- und Eisenbahnbereiche verschmelzen - und den Marktführer Duisport abhängen.

Am Rhein könnte eine neue Marktmacht entstehen: Das Bundeskartellamt hat der Fusion der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH) mit der Hafen und Güterverkehr Köln AG zugestimmt. Zwar führe der Zusammenschluss der zwei rheinischen Binnenhäfen, die die gemeinsame Gesellschaft "Rheincargo" gründen wollen, zu einer "Verengung der Marktstruktur" - eine Marktbeherrschung durch das neue Gemeinschaftsunternehmen sei jedoch nicht zu befürchten, heißt es in der Begründung der Kartellrechtler.

"Es ist eine eindeutige Entscheidung zu unseren Gunsten", sagt NDH-Geschäftsführer Rainer Schäfer. Noch sei allerdings alles offen, denn rechtskräftig wird der Kartellbeschluss erst nach einer Frist von vier Wochen - so lange können die Wettbewerber Widerspruch einlegen. Den erwarten Branchenkenner vor allem vom Duisburger Hafen Duisport, bislang Marktführer der Region.

"Wir prüfen die Entscheidung sehr genau", sagt Duisport-Sprecher Jan Heitmann. Ob der Konzern eine Klage erwägt, ließ er offen: "Alle Optionen werden im Vorstand geprüft". Laut Kartellamt muss Duisport keine Verdrängung fürchten: "Die Duisburger Hafen AG bleibt die Nummer Eins", sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Laut Zahlen - die aktuellsten sind aus dem Jahr 2010 -kommen die Neuss-Düsseldorfer Häfen gemeinsam mit ihrem Kölner Partner auf einen Gesamt-Umschlag von 41 Millionen Tonnen.

Duisport schaffte im gleichen Zeitraum 53 Millionen Euro. An der Marktführerschaft wollen die Neuss-Düsseldorfer Häfen und die Güterverkehr Köln AG nun rütteln: In der neuen Gesellschaft "Rheincargo" werden beide Unternehmen ihre Kernkompetenzen bündeln. Neuss und Düsseldorf bringen ihr Umschlaggeschäft ein, die Kölner stellen ihr großes Eisenbahnnetz bereit.

Dabei bleiben die Neuss-Düsseldorfer Häfen als kommunale Gesellschaft erhalten. Nur das operative Geschäft wird ausgegliedert. "So ist es keine Fusion im eigentlichen Sinne, eher eine Kooperation", sagt NDH-Geschäftsführer Schäfer. Noch sei allerdings Zurückhaltung angesagt: "Erst müssen unsere Aufsichtsräte und die Stadträte der beteiligten Kommunen die Kooperation beschließen", so Schäfer.

Sollte es keinen Widerstand - weder intern von extern - gegen die geplante Fusion geben, könne die Rheincargo ab dem Frühsommer mit ihrem Geschäftsbetrieb starten, kündigte gestern Schäfer an.

(RP/anch)