Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Düsseldorf

Arbeitsmarkt : Unternehmen sollen Langzeitarbeitslosen eine Chance geben

2018 war ein sehr gutes Jahr für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt. Gefragt sind vor allem Fachkräfte. Für Menschen ohne Ausbildung bleibt die Jobsuche schwierig, die Anforderungen steigen.

Die Beschäftigung in Düsseldorf ist auch 2018 weiter gestiegen: Aktuell sind in der Landeshauptstadt 419.244 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, also 2,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. „Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt mit 6,7 Prozent deutlich unter den Vorjahren“, sagte der Chef der Düsseldorfer Agentur für Arbeit, Roland Schüßler. 2018 sei auch in Düsseldorf ein herausragendes Jahr für den Arbeitsmarkt gewesen. Es gebe aktuell keine Hinweise, dass das Beschäftigungswachstum 2019 abreißen werde: „Wir gehen jedoch von einem gebremsten Wachstum aus.“

Besonders deutlich war der Anstieg nach seinen Angaben bei den ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Hier lag der Zuwachs bei 5735 Beschäftigten. Die größten Zuwächse nach Branchen verzeichneten laut Arbeitsagentur der Handel, die Immobilienwirtschaft sowie die verschiedenen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Dagegen seien bei den Finanzdienstleistungen deutliche Beschäftigungsrückgänge zu erkennen.

Die Arbeitslosigkeit ging 2018 zurück. Durchschnittlich waren 22.576 Menschen arbeitslos gemeldet – und damit 1684 Personen weniger als im Vorjahr. Besonders seien die Aussichten der Jugendlichen angestiegen: Die Arbeitslosigkeit bei Menschen unter 25 sank im Jahresdurchschnitt um 11,8 Prozent: Von ihnen waren in Düsseldorf durchschnittlich 1419 arbeitslos, also 189 Jugendliche weniger als im Vorjahr.

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Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ging deutlich zurück. 7949 Langzeitarbeitslose wurden durchschnittlich im Jobcenter und in der Arbeitsagentur beraten. Das waren im Schnitt 10,3 Prozent (910 Personen) weniger als im Vorjahr. „Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit gelingt nur, wenn alle Kräfte gebündelt werden“, betonte Schüßler. Dazu gehöre es, die Betroffenen intensiv zu betreuen und zu beraten, sie zu qualifizieren, Probleme abzubauen und soziale Teilhabe zu gewährleisten. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Arbeitslosen suchte 2018 eine Stelle auf Helferniveau. Ihre Chancen sind laut Arbeitsagentur aber deutlich geringer als die der Fachkräfte, da die Anforderungen der Unternehmen in den Stellenangeboten zunehmend steigen. Daher sei es entscheidend, arbeitslose Menschen fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. 80 Millionen Euro gaben Jobcenter und Agentur für Arbeit 2018 dafür aus. „Je mehr Arbeitslose die Chance haben, einen beruflichen Abschluss zu erwerben, desto stabiler wird der Arbeitsmarkt in Düsseldorf auch in Zukunft sein.“ Schüßler betont aber auch, dass die Düsseldorfer Arbeitgeber aufgeschlossen sein müssten für Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit kommen. Dabei soll das neue Teilhabechancengesetz helfen, mit dem die Lohnkosten für Langzeitarbeitslose in den ersten zwei Jahren mit bis zu 100 Prozent der Lohnkosten gefördert werden.

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