Düsseldorf: Gute Bilanz für Sommerschlussverkauf

Düsseldorf : Gute Bilanz für Sommerschlussverkauf

Sparfüchse haben eine gute Partie gemacht. Bis zu 70 Prozent reduziert wurde alles Sommerliche in den letzten Wochen ausverkauft. Die Bilanz des Einzelhandelsverbandes lautet: "Der Schlussverkauf ist sehr gut gelaufen."

"Die Lager sind weitgehend geräumt", sagt Anne Linnenbrügger vom Rheinischen Einzelhandelsverband. Vor allem Schuhe, Bekleidung und Sportartikel seien abverkauft. Obwohl bereits vor zehn Jahren die gesetzliche Grundlage für den saisonalen Schlussverkauf aufgehoben wurde, haben sich dennoch drei Viertel der Handelsunternehmen an den Rabattaktionen beteiligt. Auch in den Köpfen der Verbraucher sind die Schnäppchenwochen nicht verschwunden, "viele warten geradezu darauf".

Ganzjährige Rabattaktionen, die jeder Händler individuell anbieten kann, führten zwar zu einer "gewissen Gewöhnung", verminderten aber nicht den Reiz des Schlussverkaufes, sagt Linnenbrügger. Das bestätigen auch die Großen der Branche wie Peek & Cloppenburg, C&A und Breuninger, aber auch Firmen, die erst vor wenigen Monaten ihre Läden in Düsseldorf eröffnet haben. "Der Ausverkauf lief gut, und wir liegen in unserem Geschäft zweistellig zum Umsatzplan im Plus - damit zählt das Düsseldorfer zu unseren drei besten Häusern weltweit", sagt Wolfgang Drewalowsky, Chef von Brax am Schadowplatz. Gegenüber im Kö-Bogen erklärt Dirk Reichert, Laurèl-Geschäftsführer: "Die Lager sind leer, aber noch bis Ende August können Kunden das eine oder andere Sommer-Schnäppchen machen."

Die wiederkehrende Preisschlacht im Sommer (SSV) und im Winter (WSV) hat inzwischen nahezu alle Sparten erreicht. Neben Bekleidungshändlern beteiligen sich zunehmend Möbelhäuser, Baumärkte, Sporthändler und Elektrofachgeschäfte. Quer durch die Warengruppen - Lampen, Sofas, Gartenmöbel, Rasenmäher - sind die Preise gepurzelt. Auch das spült verstärkt Kunden und Touristen in die Stadt. "Das Konsumklima in der Landeshauptstadt ist seit einiger Zeit konstant hoch und weiterhin im Aufwärtstrend", berichtet Linnenbrügger.

"Die überaus robuste Stimmung der Verbraucher", so der Verband, ist auch der Motor für das gut laufende Geschäft mit der Herbstware. Vor allem Wind- und Wetterfestes sei bei den herbstlichen Temperaturen ein Renner. Modisch gefragt sind Bikerjacken, alles vom Hemd bis zum flauschigen Mantel im Karo-, Hahnentritt- oder Fischgratmuster, Geblümtes, Bouclé-Jäckchen sowie Strick verziert mit Strasssteinen oder Pailletten. Bei den Farben entwickelt sich Rot zum Dauerbrenner, Bordeaux- und Sangria-Töne liegen im Trend. Beliebt sind auch kühle Pastelle - Mint, Hellblau, Rosé - für kühle Monate.

Der Einzelhandel gilt weiterhin als Jobmotor. "Wir haben schon lange kein Minus bei den Beschäftigten verzeichnet", sagt die Verbands-Expertin. So lagen nicht nur die Umsätze zuletzt um 1,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, auch die Beschäftigtenzahl entwickelt sich weiterhin positiv. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. Der Modehandel ist zudem als Ausbilder sehr beliebt. Die Ausbildung zum Verkäufer oder Kaufmann rangiert bei jungen Schulabgängern ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Als einen der Gründe sieht Anne Linnenbrügger "die greifbaren Chancen im Handel mit seinen schnellen Aufstiegschancen." In der Branche sei Karriere mit Lehre möglich.

Begehrt sind vor allem Jobs in einem "so lebhaften Einzelhandel" wie dem in der Einkaufsmetropole Düsseldorf. Im Gegensatz zu umliegenden Städten sei Vieles hier ständig im Umbruch, getrieben von permanenter Veränderung. Zahlreiche Konzepte auch im Online-Handel werden hier getestet. Das Einkaufen werde durch die Möglichkeiten im Internet mobiler und der Handel zugleich erlebbarer.

(RP)