Gut Rodeberg in Düsseldorf Suche nach neuem Grundstück für zwölf Pferde

Düsseldorf · Das Anliegen des Vereins „Seniorpferde aktiv mit Kindern“ war es, ehemaligen Therapie- und Reitschulpferden ein dauerhaftes Zuhause auf Gut Rodeberg in Düsseldorf-Unterbach zu sichern. Doch bald müssen die Tiere umziehen.

Wohin mit Piet, Blacky, Hanni, Monty und acht weiteren Seniorpferden? Die Vorsitzende Lydia Pache (links) und ihre Mitstreiter suchen ein neues Pachtgrundstück für die Seniorpferde des Vereins.

Wohin mit Piet, Blacky, Hanni, Monty und acht weiteren Seniorpferden? Die Vorsitzende Lydia Pache (links) und ihre Mitstreiter suchen ein neues Pachtgrundstück für die Seniorpferde des Vereins.

Foto: RP/Nicole Marschall

Dieser Hilferuf aus Unterbach machte in den sozialen Netzwerken Anfang Februar schnell die Runde: „SOS: Neues Zuhause dringend gesucht! Wir haben ja immer noch gehofft, dass wir unser ganzes Leben lang auf Gut Rodeberg bleiben dürfen, doch nun sind die Tage in unserem Zuhause in Düsseldorf-Unterbach gezählt. Wir – zwölf Seniorpferde, Hofhund Malinki und Stallkater Joplin – verlieren unser Zuhause. Im Oktober müssen wir umgezogen sein. Aber wo sollen wir denn hin???“ Gerne hätte der Verein „Seniorpferde aktiv mit Kindern“ auf den Hilferuf verzichtet und den Pachtvertrag der im vergangenen Herbst verstorbenen Gut-Rodeberg-Pächterin Christina Helm übernommen, um den ehemaligen Therapie- und Kinderreitschulpferden ihren wohlverdienten Ruhestand auf den Weiden des Rodebergs zu sichern. Denn der Verein war im Jahr 2020 für die dauerhafte Versorgung der zum Teil von Christina Helm einst aus schlechter Haltung geretteten Tiere und eine artgerechte Haltung im mehr als 15 Jahre bestehenden Herdenverband angetreten. Auf Gut Rodeberg ist das vonseiten des Eigentümers ab Oktober jedoch nicht mehr möglich.

Allein in den ersten vier Tagen sahen mehr als 240.000 Facebook-Nutzer den Hilferuf der „Seniorpferde“ und teilten den Beitrag, was das Zeug hielt. Die Netzgemeinde zeigte große Anteilnahme, wünschte viel Glück bei der Suche nach einem geeigneten neuen Pachtgrundstück – und gab vielfältige Hinweise, wo die zwölf betagten Pferde vielleicht unterkommen könnten. „Die Hilfsbereitschaft ist der Wahnsinn“, sagt Lydia Pache, Vorsitzende des Seniorpferde-Vereins, überwältigt und dankbar.

Doch einfach gestaltet sich die Suche trotzdem nicht: Vielerorts können nicht alle zwölf Pferde und Ponys zusammen unterkommen; andere Angebote sind zu weit von Düsseldorf entfernt, sodass der Verein die Tiere nicht mehr versorgen könnte. Denn auf Gut Rodeberg arbeiten alle ehrenamtlich. Die Tierfreunde füttern und pflegen die Pferdeomis und -opis in ihrer Freizeit, schippen Mist und Pferdeäpfel vor und nach ihrer eigentlichen Arbeit. Lange Anfahrtszeiten zu einem weit entfernten neuen Hof werden die meisten Helferinnen und Helfer nicht auch noch in ihren Tagesablauf integrieren können. Ebenso würde die Unterbringung einzelner Tiere auf verschiedenen Höfen eine kaum zu bewerkstelligende logistische Herausforderung bei der Versorgung darstellen. „Schon jetzt arbeiten alle am Limit, auch wenn sie es gerne und mit viel Liebe tun“, berichtet Lydia Pache: „Weitere helfende Hände könnten wir – auch jetzt noch auf Gut Rodeberg – dringend gebrauchen.“

Die Sorge um die Zukunft belastet alle. Auch Hufpfleger Thomas Bahr, der sich regelmäßig um die „Pediküre“ der Seniorpferde kümmert, hofft auf eine gute Lösung. Lydia Pache versucht, den Gedanken an ein neues Zuhause für ihre Schützlinge irgendwie als möglichen Neuanfang zu sehen, auch wenn die Suche nach dem passenden Grundstück wie die nach der bekannten Nadel im Heuhaufen ist. Eine – eigentlich – sehr gute Nachricht hat sie zu guter Letzt dann auch noch: Die Postcode-Lotterie würde dem Verein dieses Jahr ein gemeinnütziges Projekt bezuschussen. Ob und wie sich dieses allerdings unter den jetzigen Voraussetzungen umsetzen lässt, steht aktuell noch in den Sternen, weil die Tage auf dem Rodeberg gezählt sind.

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