Düsseldorf Gut Knittkuhle mit französischer Note

Düsseldorf · Inhaber Helge Wolf hat viel Zeit und Geld in den Umbau des traditionellen Landgasthofes investiert. Mit der Einstellung von Koch Didier Dones will der Gastronom nun die Küche um einen neuen Akzent erweitern.

 Helge Wolf (r.) mit seinen wichtigsten Teammitgliedern: (v.l.) Didier Dones, Carmen Ommer, Andreas Werth, Christian Neuendorf und Mona Turkie.

Helge Wolf (r.) mit seinen wichtigsten Teammitgliedern: (v.l.) Didier Dones, Carmen Ommer, Andreas Werth, Christian Neuendorf und Mona Turkie.

Foto: Hans-Juergen Bauer

Seit anderthalb Jahren ist das Gut Knittkuhle nach ausgiebiger Renovierung wieder geöffnet. Inhaber Helge Wolf hat das beliebte Ausflugslokal mit rund 300 Plätzen im Restaurant und weiteren 400 auf der Terrasse kernsaniert und in großem Stil umgebaut, "und zwar alles in Eigenregie", betont der Gastronom, der zuvor erfolgreich das Les Halles betrieben hatte. Die Absicht: "Haus und Garten in Einklang mit der Natur bringen, alles sehr viel heller und einladender gestalten und dadurch neue Zielgruppen erschließen. Das Konzept ist aufgegangen, die siebenstellige Investition hat sich gelohnt", bilanziert Wolf heute.

Senioren kommen inzwischen genauso gerne wie Familien, Singles wie Geschäftsleute oder ausländische Messegäste, "nur die Schickimickis fehlen zum Glück", sagt der Gastronom. Jetzt will Wolf noch einmal verstärkt Einfluss auf die Karte nehmen und die gehobene Landhausküche um einen französischen Akzent bereichern. Didier Dones aus der Gascogne mit Michelin-Meriten, der zuvor unter anderem im Malkasten am Herd stand, komplettiert das Team in der Küche mit insgesamt acht Köchen. "Wir werden in Zukunft die beste Bouillabaisse und Quiche Lorraine haben", prophezeit der Chef selbstbewusst, der einmal die Woche bretonischen Hummer einfliegen lassen will. Dennoch: "Das soll hier keine abgehobene Chichi-Küche werden, es gibt nach wie vor Wiener Schnitzel vom Kalb und selbst eingelegte Rinderroulade", verspricht Wolf.

Der Experte malt der Gastronomie eine schwarze Zukunft aus, "wenn man nicht bereit ist, sich zu bewegen. Die Preise steigen, die Lebenshaltungskosten aber auch. Die Mittelschicht ist nicht mehr so finanzstark wie früher, das Rauchverbot erschwert uns das Geschäft und auf Laufkundschaft brauchen wir hier ohnehin nicht zu hoffen". Der Besuch eines Restaurants müsse daher ein echtes Event sein und bezahlbar bleiben. 35 Mitarbeiter hat Wolf in der Knittkuhle, die außer an Heiligabend jeden Tag geöffnet ist. Mit Carmen Ommer (früher Breidenbacher Hof) weiß er zudem eine Fachfrau an seiner Seite, die sich um Veranstaltungen in den verschiedenen Locations des Landgasthofes, der eine 200-jährige Tradition aufweist, kümmert.

"Diesen jahrzehntealten Muff musste ich hier erst einmal rausbekommen", sagt der 50-Jährige, der bei dem Umbau einem natürlichen Gesetz folgte: "Der Mensch geht dahin, wo das Licht ist - daher der Wintergarten, die hellen Farben und die verschiedenen Bereiche im Biergarten." Helge Wolf packt selbst gerne mit an, und das hat er besonders bei der Sanierung und Renovierung des alten Gemäuers getan - vom Kaminzimmer bis zum Kühlhaus, vom bäuerlichen Raum mit den belgischen Fliesen an den Wänden bis zum ausgelagerten Veranstaltungssaal für Hochzeiten oder große Empfänge. "Ich komme ja ursprünglich aus der Baubranche", sagt er. Besonders gerne steht Wolf auf der Terrasse im Obergeschoss und lässt den Blick schweifen. Der reicht bei gutem Wetter von der Segelflugwiese bis ins Ruhrgebiet.

(RP)