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Kommentar: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut

Kommentar : Gut gemeint ist das Gegenteil von gut

Sicher hat es das Jugendgericht am Landgericht gut gemeint, als es Fekret S. nach Hause schickte, damit er sich bewähre. Bloß hat das Gericht unterschätzt, dass es Leute gibt, die glauben, sie seien freigesprochen, wenn sie freigelassen werden. Die überzeugt sind, die Gesellschaft werde sich auch künftig von ihnen tyrannisieren lassen, wenn sie ohne Handschellen durch die Vordertür aus dem Gerichtssaal kommen, und die denken, Bewährung hieße so etwas wie Weitermachen.

In Düsseldorf übernehmen eine Menge kompetenter Menschen bei Polizei, Justiz, Jugendhilfeeinrichtungen sowie Familien- und Jugendbehörden Verantwortung für diese Jugendlichen, deren Eltern keine tragen wollen oder können. Dieses System funktioniert. Wie gut, hat sich gezeigt, als Fekret S. seine kriminelle Karriere unbekümmert fortsetzen wollte, nachdem das Gericht ihm aller Erkenntnisse zum Trotz noch eine Chance geben wollte. Schade, dass sich dieses Gericht nicht auf die Kompetenz des Netzwerks gegen Jugendkriminalität verlassen wollte. Schade, dass es allen gefährdeten Jugendlichen signalisiert hat, dass sich die Strafjustiz gerne an der Nase herumführen lässt. Und schade vor allem für deren Opfer. sg

(RP)