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Lage auf dem Düsseldorfer Markt angespannt: Günstiger Wohnraum ist knapp

Lage auf dem Düsseldorfer Markt angespannt : Günstiger Wohnraum ist knapp

In einer Befragung bezeichnen 82 Prozent der Experten die Lage auf dem Düsseldorfer Markt für Mietwohnungen als angespannt oder sehr angespannt. Besonders düster sieht es im unteren Preissegment und bei Sozialwohnungen aus.

Von gemeinsamen Besichtigungen mit zweistelliger Teilnehmerzahl ist zuweilen zu hören, von langen Wartelisten und zahlreichen Absagen. Auch SPD und Grüne beklagen immer wieder das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum für Studenten oder Familien. Sie fühlen sich nun durch eine Befragung der Stadt bestätigt, die in der kommenden Woche im Wohnungsausschuss vorgestellt wird.

Die Ergebnisse zeigen eine schwierige Lage auf dem Mietwohnungsmarkt der Stadt. Befragt wurden Experten wie etwa Makler, Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen, Architekten, Vertreter der Bauwirtschaft und von Mietervereinigungen. 57 Prozent von ihnen bezeichneten dabei die Situation bei Mietwohnungen als angespannt, weitere 25 Prozent sogar als sehr angespannt.

Vor allem in den unteren Preislagen sieht es demnach düster aus: Im unteren Preissegment sehen insgesamt 84 Prozent der Befragten die Situation angespannt oder sehr angespannt, bei den Sozialwohnungen sind es sogar 88 Prozent. Für die nächsten drei bis fünf Jahre erwarten die Fachleute nach eigenen Angaben noch eine Verschärfung der Lage.

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"Die Wohnungspolitik in Düsseldorf setzt die falschen Prioritäten", klagt der wohnungspolitische Sprecher der SPD, Andreas Rimkus, angesichts dieser Ergebnisse. "Man überlässt das knappe Bauland Investoren für hochpreisigen Wohnungsbau und nimmt in Kauf, dass auch im Umfeld die Preise steigen." Er habe nichts gegen Luxus-Wohnungen, stellt er klar. Doch müsse sichergestellt sein, dass auch die Menschen in Düsseldorf wohnen können, die sich keine Spitzenmieten leisten könnten.

"Wir brauchen schließlich Briefträger, Friseure, Polizisten und Feuerwehrmänner", sagte Rimkus, Es könne nicht sein, dass diese allesamt aus dem Umland nach Düsseldorf pendeln müssten. Auch die Grünen verweisen auf ihre wiederholten Forderungen nach mehr preiswertem Wohnraum. Schon in der letzten Befragung im Jahr 2006 hätten die Experten vor einer solchen Entwicklung gewarnt, sagte Grünen-Ratsfrau und Ausschussvorsitzende Antonia Frey. "Die schwarz-gelbe Ratsmehrheit hat in der Zwischenzeit aber zu wenig getan." Dem widerspricht der wohnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Klaus-Dieter Lukaschewski, nachdrücklich.

Zwar sei die Lage im unteren Preissegment nicht einfach: "Aber das ist natürlich auch der hohen Nachfrage geschuldet." Man nutze jede Gelegenheit, um in der Stadt Wohnraum in allen Preisbereichen zu schaffen, betonte er: "Nur fallen die Luxus-Projekte einfach mehr auf." Gerade im sozialen Wohnungsbau entstünden die Probleme aber auch durch die Baulandpreise, die wegen der hohen Nachfrage mit durchschnittlich 470 Euro je Quadratmeter weit über dem Landesschnitt lägen. Lukaschewski verweist zudem auf ein kommunales Förderprogramm, das am Montag ebenfalls im Wohnungsausschuss diskutiert werden soll.

Dessen angedachtes Ziel: Die Stadt würde es Investoren, die sozial geförderte Wohnungen errichten wollen, mit günstigen Darlehen ermöglichen, Grundstücke zu erwerben. Auch FDP-Ratsherr Michael Latka betont, dass in der Landeshauptstadt bei hoher Nachfrage "wenig Platz und wenig Bauland" vorhanden sei. "Selbst wenn sie keine Luxuswohnungen bauen, müssen sie nun einmal die hohen Grundstückspreise stemmen."

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(rl)