Politik: Grünen sind selbstbewusst im Wahlkampf

Politik : Grünen sind selbstbewusst im Wahlkampf

Typisch für die Beliebtheit, die die Grünen in Düsseldorf genießen: Direkt vor der Mitgliederversammlung zur Wahl der Landtagskandidaten beantragten zwei Frauen noch auf die Schnelle die Mitgliedschaft in der Partei, weil sie bei den Entscheidungsprozessen mitwirken wollten.

Wegen der offensichtlichen Trends, mehr Zustimmung in der Bevölkerung zu bekommen, gehen die Grünen selbstbewusst in den Wahlkampf, wie Parteivorsitzende Mona Neubaur es auf den Punkt brachte. Das Engagement sei entsprechend groß Das zeigte schon die Mitgliederversammlung. Denn die Teilnahme von mehr als 100 Mitgliedern war ein Rekord in der Geschichte der Grünen.

Selten auch die große Einigkeit auf der Mitgliederversammlung. Denn die Ex-Landtagsabgeordneten Monika Düker und Stefan Engstfeld wurden mit fast hundert Prozent wieder als Kandidaten aufgestellt, Gegenkandidaten gab es nicht. Monika Düker tritt wieder im Wahlkreis 41 an (82 von 83 abgegebenen Stimmen), Stefan Engstfeld im Wahlkreis 42 an (83 von 85 abgegebenen Stimmen).

Die beiden werden wohl auch auf der Landesliste gut abgesichert sein. Auch Martin-Sebastian Abel hatte bei seiner Kandidatur für den Wahlkreis 43 keinen Gegenkandidaten und erhielt 71 von 87 abgegebenen Stimmen. Für den Wahlkreis 40 hatten sich zwei Grüne beworben. Ratsfrau Astrid Wiesendorf setzte sich deutlich gegen Frank Kameier durch.

Von den 84 abgegebenen Stimmen erhielt sie 72, auf Kameier entfielen 11 bei einer Enthaltung. Die große Geschlossenheit und Unterstützung brauchen die Kandidaten, ist Monika Düker überzeugt. "Denn es wird ein schwerer Wahlkampf, der Drops ist noch nicht gelutscht", sagte sie. Die Ausgangslage sei anders als vor knapp zwei Jahren, weil die Grünen jetzt in der Regierungsverantwortung waren.

"Wir treten aber nicht als Juniorpartner der SPD auf, sondern auf Augenhöhe mit einem eigenständigen Profil", sagte Düker. Das sich im Bereich der Industrie- und Energiepolitik auch von der SPD unterscheidet, wie Engstfeld betonte. Die SPD setze auf herkömmliche Strukturen, die Grünen wollten den ökologischen Umbau. "Auch die Piraten sind ernstzunehmen", sagte Düker.

Aber die Grünen brauchten sich in Sachen Transparenz und breite Diskussion im Internet nicht zu verstecken: "Das ist bei uns bereits üblich."

(bro)
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