Düsseldorf: Grünen-Chef Czerwinski geht gegen Drohungen vor

Düsseldorf: Grünen-Chef Czerwinski geht gegen Drohungen vor

Der Fraktionschef der Grünen im Rathaus Norbert Czerwinski wird seit einigen Wochen im Internet massiv bedroht und beleidigt. Er macht dafür CDU-Kreischef Thomas Jarzombek mitverantwortlich.

Sogar anonyme Anrufe erhalte Czerwinski, in denen er aufs Übelste beschimpft werde. "Grund dafür ist eine Aussage von mir über den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus, die in einer Boulevardzeitung falsch wiedergegeben worden ist", sagt Norbert Czerwinski.

Obwohl er sich deutlich davon distanziert und erklärt habe, das nicht so gesagt zu haben, habe sich diese Aussage in den sozialen Netzwerken und sogar im Ausland schnell verbreitet. "Die Rechtspopulisten in Österreich haben die Falschmeldung sogar im Wahlkampf für das Präsidentenamt genutzt - als Beispiel für den Untergang des Abendlandes", so der Grünen-Politiker.

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In dem Zusammenhang kritisiert er vor allem den Bundestagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden Thomas Jarzombek. "Der hat mit der Falschmeldung auf seiner Facebook-Seite gegen uns Grüne Stimmung gemacht. Obwohl widerlegt wurde, dass ich das so gesagt habe, hat er das nicht runtergenommen", so Czerwinski. In der heutigen Stadtratssitzung will er das ansprechen. "Ich werde die Möglichkeit nutzen, um zu sagen, dass Demokraten so nicht mit einander umgehen dürfen. Das geht einfach nicht."

CDU-Kreisvorsitzenden Thomas Jarzombek kann die Kritik nicht verstehen. Foto: Andreas Bretz (4); Hans-Jürgen Bauer, CDU (2)

Auslöser ist der Vorschlag der Grünen, auf den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus zu verzichten und stattdessen einen "lebenden Weihnachtsbaum" zu pflanzen. Viele Kritiker im Internet verstanden den Vorschlag offenbar so, als wolle Czerwinski den städtischen Weihnachtsbaum verbieten. Jarzombek kann die Kritik nicht verstehen. "Sicher spitzt man in der Politik Dinge zu", sagt er. "Und gerade als Opposition darf man angriffslustig sein." Es tue ihm leid, wenn Czerwinski bedroht wird, er kenne das selbst auch, sagt der Politiker. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das wegen meines Beitrags ist."

(RP)
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