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Düsseldorf: Grün kontra Wohnen

Düsseldorf : Grün kontra Wohnen

Grundsätzlich will die Stadt die großen Freiflächen im Norden erhalten. Zwei neue große Wohngebiete sind dennoch möglich.

Immer wieder wird im Stadtbezirk 5 (Lohausen, Angermund, Wittlaer, Kalkum, Kaiserswerth, Stockum) darüber diskutiert, ob Freiflächen bebaut werden dürfen und an welcher Stelle weitere Bebauung gewünscht ist. "Innen- vor Außenbebauung hat selbstverständlich allerhöchste Priorität", bekräftigt nun Baudezernentin Cornelia Zuschke bei ihrem Besuch in der Bezirksvertretung 5 die bisherige Position der Stadt.

Gleichzeitig stellte sie aber auch fest: "Es gibt im Außenbereich immer noch die eine oder andere Möglichkeit zur Entwicklung." Als Beispiel nannte sie eine Straße am Ortsrand, die nur einseitig bebaut ist, auf deren anderer Seite bei einer Bebauung die bereits vorhandene Infrastruktur mitgenutzt werden könnte. "Eine Verdichtung wird allerdings nur verkraftet, wenn Qualität gegeben ist, deshalb sind qualitätssichernde Verfahren, wie sie in Düsseldorf angewendet werden, so wichtig", sagte Zuschke.

Grundsätzlich müsse die Fragen gestellt werden, wie Siedlungsbereiche abgerundet werden sollen, was einen Ortsrand ausmacht, wo noch erweitert werden kann und wo Schluss ist und auch, wie man den Schluss zum Beispiel durch eine besondere dauerhafte Begrünung kenntlich macht. Dazu habe es eine große Planungskonferenz mit Mitarbeitern des Verkehrs-, Grünflächen und Stadtplanungsamtes gegeben. Zudem hat sich die Dezernentin viele kritische Stellen auch selbst vor Ort angeschaut. Eine Bewertung soll später erfolgen.

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Die Baudezernentin ist erst seit einigen Monaten im Amt. Deshalb war es für die Lokalpolitiker wichtig zu erfahren, welche Position sie grundsätzlich vertritt. Die Mitglieder der Bezirksvertretung wollten darüber hinaus aber auch Auskünfte zu konkreten Bauprojekten im Norden erhalten. Dabei ging es beispielsweise um das Gebiet nördlich der Kalkumer Schlossallee. Für die Teilnahme an einem Landeswettbewerb sind alte Pläne für ein Wohngebiet wieder ins Gespräch gekommen, für den Wettbewerb wurde ein Konzept mit 1000 neuen Wohnungen erstellt. Das aber wird von der Bezirksvertretung abgelehnt. "Wir werden bei solch einem Wettbewerb nicht auf Masse setzen, sondern prüfen, was der Ort verträgt", verspricht Zuschke. Zudem sei der Wettbewerb eine große Chance, auszuloten, wie die Nachbarn Flächen entwickeln wollen.

Dieser Aspekt wird besonders wichtig beim Bauvorhaben Wasserwerksweg, denn das Bauland gehört den Duisburger Stadtwerken. Dort gebe es noch unterschiedliche Vorstellungen, wie die Bebauung künftig aussehen soll, weswegen das Projekt auch erst in einigen Jahren starten würde, sagt Zuschke. Für dieses Areal existiert ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1967, der dort rund 110 weitere Wohneinheiten ermöglicht. Diese hohe Zahl lehnt die Stadt inzwischen aber ab, auch wenn die Nachfrage nach Wohnraum nach wie vor hoch ist.

Sorge bereitet den Lokalpolitikern, dass durch neue Bewohner und zusätzliche Einrichtungen wie die zwei geplanten Schulen die Verkehrsprobleme zunehmen könnten. Sie wollen, dass bei Bauprojekten der Blick stärker auf die Infrastruktur gelegt wird. "Es gibt jetzt schon viele Nadelöhre im Stadtbezirk" sagte Bezirksbürgermeister Stefan Golißa.

"Mir ist bewusst, dass der Düsseldorfer Norden ein sensibler Bereich ist, aber es wird immer Veränderungen geben", sagte Zuschke.

(brab)