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Großer Andrang beim Herz-Aktionstag in Düsseldorf

Herzaktionstag : Lebensretter für den Ernstfall gesucht

Pro Minute sinkt die Überlebenschance eines Herzinfarktpatienten um zehn Prozent. Da ein herbeigerufener Krankenwagen durchschnittlich acht Minuten zum Einsatzort braucht, ist das schnelle und beherzte Eingreifen von Laien so wichtig: Eine Herzdruckmassage kann Leben retten.

Darauf legten die Organisatoren des Herz-Aktionstags am Samstag ihren Fokus: „Leben retten durch Erste Hilfe“ war das Motto, das das Team um den Kardiologen Rolf Michael Klein vom Augusta-Krankenhaus und der Verein Düsseldorfer Kompetenznetz Herz gewählt hatten.

Bereits am Vormittag herrschte großer Andrang in der Rheinterrasse. In verschiedenen Vorträgen ging es etwa um das Kammerflimmern und um den Gebrauch von Defibrillatoren (AED). Besonderen Wert legten die Veranstalter auf den Praxisbezug. Gleich am Eingang stand ein Rettungswagen bereit, den die Besucher betreten konnten. Hier führten Mitarbeiter der Feuerwehr anhand einer Reanimationspuppe vor, wie im Ernstfall gehandelt wird. Dafür interessierten sich die beiden Schüler Brianna McLaughlin und Dawid Piorkowski, die seit vier Jahren ehrenamtlich in der Jugendgruppe der Johanniter aktiv sind. Sie durften sich im Rettungswagen die verschiedenen Schubladen anschauen, die mit Magensonden, Medikamenten und Kanülen gefüllt waren. Die Feuerwehrleute erklärten die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten im Rettungsdienst.

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Seit einigen Jahren gibt es im Krankenwagen den so genannten Notfallsanitäter, der nach dreijähriger Ausbildung inzwischen auch eine Vielzahl von Medikamenten verabreichen darf. Im Ernstfall könne dies lebensrettend sein, wie die Besucher erfuhren. Brianna hat bereits genaue Vorstellungen: „Mein Traum ist es, nach der Schule Notfallsanitäterin zu werden und im Helikopter zu den Einsätzen zu fliegen.“

Doch auch im Alltag kann jeder schnell gefordert sein, wenn er als Familienmitglied, Arbeitskollege oder Passant dabei ist, wenn jemand einen Herzstillstand erleidet. „Die Erfolgsrate ist leider immer noch sehr schlecht“, sagte René Weber, Kardiologe am Augusta-Krankenhaus. „Eine Laienreanimation hilft aber, den Kreislauf des Patienten bis zum Eintreffen des Notarztes aufrechtzuerhalten.“ Rund 60 spezielle Übungspuppen lagen deshalb am Samstag aus, an denen die Besucher die Herzdruckmassage erlernen konnten. Als Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung probierte sich auch Barbara Genscher, Witwe des früheren Außenministers, an der Herzdruckmassage, bevor sie gemeinsam mit Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke und weiteren Experten an einer Talk-Runde teilnahm.