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Preiswertes Wohnen in Düsseldorf: Groschek: "Der Druck wird noch größer"

Preiswertes Wohnen in Düsseldorf : Groschek: "Der Druck wird noch größer"

Der NRW-Bauminister sprach beim Bürgerdialog zum Thema Preiswertes Wohnen im Palais Wittgenstein.

Der nordrhein-westfälische Bauminister Michael Groschek (SPD) hat erneut mehr öffentlich geförderten Wohnungsbau in der Landeshauptstadt gefordert. Es könne nicht sein, dass alle vergleichbaren Großstädte im vergangenen Jahr ihr Kontingent an Fördermitteln ausgeschöpft hätten, nur Düsseldorf nicht, sagte Groschek bei einem Bürgerdialog unter dem Titel "Wie schaffen wir preiswertes Wohnen?" im Palais Wittgenstein. Der Minister hatte Düsseldorf Luxus-Ghettoisierung vorgeworfen und damit eine große Debatte ausgelöst.

Indirekt warf er den Verantwortlichen nun vor, sich möglicherweise nicht genug um das Thema kümmern zu wollen: "Man muss sozialen Wohnungsbau vor allem wirklich wollen", sagte er: "Das hat nichts mit Quoten und ähnlichem zu tun, sondern zunächst einmal vor allem mit der Einstellung." Der Minister wies noch einmal auf die sogenannte Komplettförderung hin, mit der Großstädte auch in hochpreisigen Wohnungsmärkten sozialen Wohnungsbau betreiben könnten — bis zu 80 Prozent der Gesamtbaukosten könnten gefördert werden. Die Stadt müsse sich des Themas annehmen, denn der Bedarf werde eher steigen als fallen: "Der Druck wird noch größer."

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Die Debatte um bezahlbaren Wohnraum bewegt die Düsseldorfer: Die Einwohnerzahl wächst, die Mieten steigen, Neubauten entstehen eher im hochpreisigen Segment. Zu dem Thema meldeten sich im Palais Wittgenstein viele Immobilienmakler und Wohnungsmarkt-Experten zu Wort, aber auch Bürger, die ihre Probleme schilderten. "Ich lebe in Derendorf und würde gerne in eine kleinere Wohnung zeigen", sagte eine 65-jährige Düsseldorferin. Das günstigste Angebot überhaupt habe bei 10,50 Euro Kaltmiete gelegen, die etwas besseren bei mindestens 12,50 Euro. Viele Wohnungen seien im 4. oder 5. Stockwerk in Häusern ohne Aufzug, oftmals fehlten einfache Dinge wie eine Gegensprechanlage. "Im Grunde würde ich gern umziehen, aber ich möchte nicht alles Geld in die Miete investieren."

Diskutiert wurden auch Ansätze, wie künftig Wohnungen in Düsseldorf bezahlbar bleiben können. Die Genossenschaften müssten mehr preiswertes Bauland bekommen, forderte ein Bürger. SPD-Politiker Karl-Heinz Krems betonte, die Stadt müsse zuerst die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um Investoren dazu zu bewegen, geförderte Wohnungen zu erstellen. "Investoren wollen naturgemäß viel verdienen", sagte er. Daher könne man nicht zuerst ein Grundstück an den Meistbietenden verkaufen und erst dann die Planung angehen. "Wenn die Investoren die freie Wahl haben und viel Geld für ein Grundstück gezahlt haben, wollen sie natürlich Luxus-Wohnen bauen." Die Zahl der Möglichkeiten sei nicht unendlich: "Irgendwann ist es vorbei mit den Freiflächen in der Stadt."

(RP/jco)