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Glasmacherviertel sorgt für Streit

Planung in Düsseldorf : Politik streitet über das Glasmacherviertel

Die Politik will weitere Verkäufe des Areals in Gerresheim auf jeden Fall verhindern. Uneinig ist man sich aber über die Frage, wie man nun weiter vorgeht – und ob man das laufende Verfahren stoppen sollte.

Der erneute Verkauf von Teilen des Glasmacherviertels in Gerresheim ruft die Politik auf den Plan – und sorgt für Streit. Im Wohnungsausschuss scheiterten FDP und Grüne nun mit einem Antrag, mit dem sie die Verwaltung bitten wollten, der Politik eventuelle Handlungsmöglichkeiten in der Sache aufzuzeigen. Die CDU fand diesen Antrag nicht weitgehend genug und hatte sich in einem Änderungsantrag sogar gewünscht, den Bebauungsplanentwurf für das ganze Areal erneut zu überarbeiten und die Zahl der Wohnungen deutlich zu reduzieren.

Mitte des Monats war bekanntgeworden, dass der Besitzer Adler Real Estate drei Viertel des Projektes an private Immobilieninvestoren abgegeben hat – für 375 Millionen Euro. Dieser erneute Besitzerwechsel des ehemaligen Glashütten-Areals schürt die Sorge, dass die dort entstehenden Wohnungen immer teurer werden. Zudem haben sich durch die bisherigen Besitzerwechsel die Bauarbeiten über die Jahre immer weiter verschoben – eigentlich hätten in diesem Jahr schon die ersten Wohnungen fertig sein sollen.

Die CDU monierte, im ursprünglichen Werkstattverfahren seien nur 600 Wohneinheiten als verträglich angesehen worden – inzwischen sind etwa 1700 angedacht. „Wir möchten nicht, dass nun etwas ganz anderes entsteht, als eigentlich geplant war“, sagte Angelika Penack-Bielor – und verwies auch auf das Fehlen von Einfamilienhäusern bei der neuen Planung. Der Vorschlag, den Bebauungsplan­entwurf zu ändern, stieß bei den anderen Fraktionen aber auf Widerstand. „Das würde die Sache weiter verzögern. Und das können wir uns angesichts des Wohnungsmangels nicht leisten“, sagte Matthias Herz (SPD). Er wünscht sich eher eine grundsätzliche Diskussion zum Thema Bodenpolitik, um künftig solche Dinge zu verhindern.

Sönke Willms-Heyng (FDP) wies angesichts der gestiegenen Zahl geplanter Wohnungen zudem darauf hin, dass sich seit den frühen Planungen 2008 auch der Wohnungsmarkt verändert hat. „Entsprechend sieht die Planung nun auch anders aus.“ Auch 2016, als dort noch Gewerbeflächen vorgesehen waren, sei der Wohnungsmangel „noch nicht so eklatant“ gewesen. Das Thema soll auch im Planungsausschuss und im Rat besprochen werden.

Die Vorbereitung der Bauanträge für das Glasmacherviertel soll nach Angaben des Projektentwicklers Anfang 2020 beginnen. Ein Sprecher hatte angekündigt, dass man in diesem Fall bis Mitte 2020 Baurecht schaffen könne.