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Glasbote: Start-up liefert unverpackte Lebensmittel in Düsseldorf

Start-up in Düsseldorf : Glasboten liefern unverpackte Lebensmittel

Auf einer Website kann man nun Lebensmittel in Glasbehältern sowie Hygiene- und Putzprodukte bestellen, die per E-Lastenfahrrad nach Hause geliefert werden. Die Düsseldorfer Gründer wollen expandieren.

Florin Kutten, gebürtiger Luxemburger, ist mit seinen 26 Jahren schon etwas zu alt für die „Fridays for Future“-Generation. Dennoch liegen ihm die Umwelt und der Naturschutz am Herzen. „Wenn das mit dem Klimawandel so unbegrenzt weiter geht, werde ich von den Auswirkungen noch richtig betroffen sein“, meint Kutten. „Davor fürchte ich mich schon fast.“

So wie ihm ergeht es auch seiner BWL-Studienkollegin an der Heinrich-Heine-Universität Julia Riensche und der Psychologin Carolin Heuser. Sie wollen einen Beitrag zur Müllreduzierung, insbesondere von Plastikmüll, leisten und gründeten, na klar, einen Lieferdienst. Nur der produziert nicht jede Menge Verpackungsmüll, sondern reduziert ihn. Das Trio will unter dem Namen „Glasbote.com“ einen Online-Unverpacktladen mit „same-day“-Lieferservice etablieren. Alles wird in handelsüblichen Größen in Glasbehältern angeboten, das Paketmaterial ist ein Jutebeutel und geliefert wird per Lastenfahrrad.

Die leeren Glasbehälter werden bei der nächsten Lieferung wieder mitgenommen, gespült, desinfiziert, erneut in den Lieferservice-Kreislauf eingespeist und das Pfand verrechnet. „Unverpacktläden gibt es als stationären Handel, aber dort einzukaufen ist umständlich“, erläutert Kutten. „Man muss die Gefäße haben, mitnehmen, im Laden umfüllen, abwiegen und nach Hause schleppen. Wenn es keinen Unverpacktladen um die Ecke gibt, klappt das kaum. Es ist einfach umständlich.“

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Alles, was am unverpackten Einkaufen umständlich ist, nimmt „Glasbote“ seinen Kunden ab. Die Ware wird in handelsüblichen Größen angeboten und bei Bestellungen bis 12 Uhr noch am gleichen Tag beziehungsweise Abend geliefert. „Wir beziehen unsere Waren in großen Säcken direkt vom Produzenten und füllen sie selber in die Gläser ab“, so Kutten. „Am ersten Tag haben wir zu dritt 803 Gläser abgefüllt.“ Die Glasboten rechnen pro Glas mit 40 Befüllungen.

Besonders stolz ist er auf den „Glasbote-Kaffee-Kreislauf“. „Unser Kaffee-Lieferant liefert in 60 Kilo-Metallboxen. Sind sie leer, gehen die Boxen zu Neubefüllung zurück an den Produzenten. Es ist also ein doppeltes Kreislaufsystem“, erklärt Kutten.

Derzeit sind Trockenprodukte wie Nüsse, Nudeln, Haferflocken und Hygieneprodukte wie Seifen, Zahnbürsten aus Bambus und naturbelassenen Deo Sticks im Angebot. „Wir stehen ja noch gerade am Anfang. Wir sind ja erst seit dem 5. November am Markt“, sagt Kutten. „Wir wollen aber wachsen und später ein Vollsortiment anbieten, also etwa auch Obst und Gemüse.“

Weil die Gründer gerade erst angefangen haben, ist das Liefergebiet noch begrenzt. Das Lager ist in Bilk, Lieferungen sind möglich bis Pempelfort, Flingern, Oberbilk, Bilk, Flehe, Unterbilk, Friedrichstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Düsseltal und Derendorf. „Unser kurzfristiges Wachstumsziel ist es, ganz Düsseldorf zu beliefern und dann zuerst die Großstädte in NRW zu erobern, später ganz NRW“, kündigt Kutten an. „Um unsere Expansionsziele zu erreichen, brauchen wir aber noch Investoren. Denn auch bei Lieferungen in die Düsseldorfer Peripherie und später in NRW benötigen wir unter anderem Elektrofahrzeuge.“ Auch das erste Auslandliefergebiet hat Kutten schon im Blick. „Das wird Luxemburg, ich will meine Eltern stolz machen.“

Am Junktim Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit wollen die Glasboten festhalten. „Unser Ziel ist es, den Verpackungsmüll zu reduzieren und den Verkehr durch die Lieferung per Fahrrad zu entlasten. Dadurch leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Kutter. „Unsere Vision ist, Waren verpackungsfrei vom Produzenten zum Konsumenten zu bekommen.“