1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Gewalt gegen Frauen: Benefiz-Bilder werden in Düsseldorf verkauft

Aktion in Düsseldorf : Mit Bildern gegen Gewalt gegen Frauen

Seit 2008 wird jedes Jahr im November der Tag gegen Gewalt gegen Frauen begangen. In Düsseldorf werden zugunsten von Frauenhäusern jetzt Bilder des Künstlers Bernd Caspar Dietrich versteigert – organisiert vom Zonta Club.

Fast jeder Tag im Jahr ist einem mehr oder weniger besonderem Ereignis zugeordnet. Dem „Black Friday“ folgt der „Kauf-nix-Tag“, Anfang Dezember gibt es den „Zieh-braune-Schuhe-an-Tag (4. Dezember) und der „Tag der Sachertorte“ (5. Dezember). Da fällt der „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ (25. November) kaum mehr auf. Das ist falsch, findet auch Landesinnenminister Herbert Reul (CDU). „Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Thema. Nicht irgendwo, sondern in der Nachbarschaft“, erklärte Reul. „Die Polizei ist der Teil der Gesellschaft der eingreift, wenn etwas passiert ist, aber eigentlich müsste vorher etwas passieren. Jeder kann etwas tun, indem man aufpasst, aufmerksam ist, nicht schweigt.“

Für den Innenminister war es eine Selbstverständlichkeit, die Schirmherrschaft über die Aktion „Zonta says No“ in Düsseldorf zu übernehmen. Als Mittelpunkt der Aktion werden das Bild „Metamorphose Orange25“ von Bernd Caspar Dietrich und 99 Siebdrucke davon verkauft. Jedes einzelne Blatt wird von Dietrich handübermalt, sodass jedes Exemplar zum individuellen Unikat wird. Bei den Papierarbeiten sorgt Phosphor für ein faszinierendes Nachglühen im Dunkeln. Der Preis für die limitierte Edition beträgt ungerahmt 485 Euro, in hochwertiger weißer Galerierahmung mit Museumsglas 750 EUR.

Zu sehen sind die Kunstwerke in der Galerie Kellermann (Heinrich-Heine-Allee 12). „Mein Wunsch ist, dass 50.000 Euro für die Frauen zusammenkommen“, sagt der Künstler, der die gesammelten Werke zugunsten der Frauenhäuser in Düsseldorf und Offenbach spendete. „Die 25 im Titel des Bildes ist richtungsweisend! Ich möchte die Aktion bis 2025 jährlich wiederholen.“

Der „internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ wird im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World – End Violence against Women and Girls“ seit 2008 alljährlich durchgeführt. Seitdem Luzia Grommes Vorsitzende des Zonta Clubs Düsseldorf ist, also seit fünf Jahren, könnte die Kunstaktion am meisten Geld in die Kassen spülen. „Ich war von dem wunderbaren Angebot des Künstlers überrascht. Das zeigt, dass das Thema zumindest teilweise im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist“, sagt Grommes. Zonta ist ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Ihr gemeinsames Ziel: die Lebenssituation von Frauen im rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich zu verbessern.

Und dazu zählt auch, das Thema „Gewalt gegen Frauen“ aus der Tabuzone herauszuzerren und ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu stellen. „Ich habe erst letztes im Landtag erklärt, dass es vor kurzem in NRW 100 Angriffe auf Frauen gegeben hat, mehr als die Hälfte davon mit tödlichem Ausgang“, sagt Reul. „Es ist eine sensationelle Idee, Kunst zur Verfügung zu stellen und damit gegen Gewalt zu Felde zu ziehen.“