Central Business District: Geteiltes Echo auf Business District

Central Business District : Geteiltes Echo auf Business District

Die Debatte, ob der von internationalen Maklern und Kanzleien ausgerufene "Central Business District" (CBD) rund um die Königsallee Sinn macht, läuft auf vollen Touren. Bei besonders heimatverbundenen Düsseldorfern überwiegt die Skepsis.

Die Ausrufung eines zentralen Geschäftsviertels rund um die Kö, das internationale Makler künftig unter dem Namen "Central Business District" (CBD) global als Top-Standort vermarktet wollen, trifft bei alteingesessenen Düsseldorfern auf ein geteiltes Echo. "Damit will ich nichts zu tun haben. Ich spreche lieber von Innenstadt und von Innenstadt-Bebauung", macht Heinrich Spohr aus seiner Ablehnung keinen Hehl. "Selbst in Chicago spricht man von ,the loop' und nicht von einem CBD. Und in Buenos Aires weiß auch keiner, was ein CBD ist", sagt der Baas der Alde Düsseldorfer Bürgergesellschaft von 1920. Nach Einschätzung des studierten Stadtgeografen passt der Begriff einfach nicht zur Landeshauptstadt. "Bei einem Central Business District denke ich an Wolkenkratzer-Bezirke in amerikanischen Großstädten, in denen abends kein Mensch mehr auf der Straße ist", erinnert er sich an einen Besuch in St. Paul (Minnesota/USA) vor einigen Jahren.

Völlig anders sei die Situation am Rhein. "Wir haben in der Innenstadt Büros bewusst in Wohnungen verwandelt. Düsseldorf ist eine der wenigen Städte, in deren Zentrum gearbeitet, gelebt und gefeiert wird. Wollen wir dieses Rad mit einem teuer vermarkteten CBD tatsächlich wieder zurückdrehen?" Anderer Meinung ist Barbara Oxenfort. Die Musikerin, Ex-Venetia und Wirtin im Weinhaus Tante Anna findet die Initiative "absolut notwendig". Mit dem Kö-Bogen, dem Andreas-Quartier und der Wehrhahn-Linie stehe Düsseldorf vor einem enormen städtebaulichen Sprung. Die Vermarktung eines CBD rund um die Kö gehe deshalb in Ordnung. "Heimatliebe und Weltoffenheit schließen sich nicht aus. Wir müssen sehen, dass wir auch international am Ball und im Rennen bleiben." Neue Vermarktungsstrategien hält auch der Baas der Düsseldorfer Jonges, Detlef Parr, für richtig.

Die CBD-Initiative internationaler Maklerbüros und Kanzleien betrachtet er trotzdem mit Skepsis. Düsseldorf müsse daran gelegen sein, stereotype Vorurteile vom Muster "Schicki-Micki-Stadt" abzubauen. Dass nun ausgerechnet Düsseldorf den aus Mega-Metropolen bekannten Begriff "Central Business District" als erste Stadt in Deutschland vor sich hertragen soll, könnte gewollt klingen und genau diese Vorurteile bedienen. "Überlegungen zur Vermarktung des Karrees rund um die Kö sollten in die aktuell laufende Entwicklung einer neuen Dachmarke für ganz Düsseldorf integriert werden", findet der Jonges-Baas und ist sicher, "dass sich Internationalität nicht in Anglizismen dokumentiert".

Schmunzeln muss Monika Voss über "de dolle deu" (das dolle Ding), das sich Düsseldorf mit einem "Central Business District" möglicherweise antut. Die Mundart-Autorin glaubt nicht, dass der Begriff Fuß fassen kann. Sie findet die Wortschöpfung überdimensioniert. "Außerdem haben wir viele Filetstücke auch außerhalb des Karrees rund um die Königsallee." Düsseldorf biete mit großer Kirmes, Altstadt, Kö und Karneval sehr viel rheinisches Flair. "Ein CB

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