Germanwings: Staatsanwaltschaft Düsseldorf nimmt Ermittlungen auf

Flugzeugabsturz in Frankreich: Warum die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt

Wegen dem Absturz des Germanwings-Jets hat nun auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Ermittlungen aufgenommen. Dies bestätigt Staatsanwalt Christoph Kumpa als einer der Pressesprecher der Behörde. Warum sieht sich die Behörde als zuständig an?

Es gehe darum, die Ursache des Todes der Passagiere und Besatzungsmitglieder aufzuklären, da es "offenkundig keinen natürlichen Tod" gab. Die hiesige Staatsanwaltschaft sehe sich als zuständig an, weil das Flugzeug nach einer Wartung in Düsseldorf gestartet sei, weil es zum Düsseldorfer Flughafen zurückkehren sollte und weil viele Passagiere der Maschine aus der Region kämen.

Bei den Ermittlungen wollen die Düsseldorfer Staatsanwälte vorrangig die schon aktiven Kollegen in Frankreich unterstützen. Man wird aber voraussichtlich in einem späteren Rechtshilfeersuchen auch darum bitten, die Ermittlungsakten aus Frankreich einsehen zu können. Konkret geht es natürlich im Kern um die Frage aufzuklären, ob es irgendein Fehlverhalten gab, das zu dem Unglück geführt haben könnte. Lufthansa und Germanwings haben bereits am Dienstag erklärt, die Ermittlungen in Frankreich voll zu unterstützen.

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Weil völlig unklar ist, ob es ein Fehlverhalten gegeben hat und wer es möglicherweise begangen hat, ist auch völlig offen, ob und wo ein denkbarer Strafprozess wegen des Unglücks stattfinden könnte. Entscheidend für die Wahl eines Gerichtsortes wäre dabei nach Auskunft von Juristen das sogenannte Tatortprinzip. Falls also möglicherweise ein Wartungsfehler in Düsseldorf die Katastrophe mitverursacht habe, könnte es laut Experten ein Verfahren hier geben. Falls es Fehler in Barcelona gab, könnte die katalanische Hauptstadt Ort eines möglichen Strafverfahrens sein. Ansonsten käme Frankreich als Absturzort in Frage — sofern das Unglück überhaupt strafrechtliche Folgen hat.

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