Nach Gespräch mit Kirchenvertretern: Gericht: Kreuz wird doch aufgehängt

Nach Gespräch mit Kirchenvertretern: Gericht: Kreuz wird doch aufgehängt

In den neuen Räumen des Amts- und Landgerichts am Oberbilker Markt wird nun doch ein Kreuz hängen. Die Präsidenten von Oberlandesgericht, Landgericht und Amtsgericht haben sich am Montagmorgen in einem Gespräch mit Superintendent Ulrich Lilie und Stadtdechant Rolf Steinhäuser darauf geeinigt, das große Kreuz aus dem Schwurgerichtsaal an prominenter Stelle - außerhalb der Sitzungssäle - wieder aufzuhängen.

Damit haben die Vertreter von Kirche und Gericht einen Kompromiss gefunden: In den Gerichtssälen selbst wird künftig kein Kreuz mehr hängen, wohl aber im Gerichtsgebäude, beispielweise im Foyer. Wo genau das große Kreuz aus dem Schwurgerichtssaal aufgehängt werden soll, wird noch festgelegt.

Das Gespräch mit OLG-Präsidentin Anne-José Paulsen und den Präsidenten des Land- und Amtsgerichts, Heiner Blaesing und Ingolf Dick, sei in einer Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung verlaufen, so Superintendent Lilie.

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Was mit den übrigens Kreuzen aus den alten Gerichtssälen geschieht, ist noch unklar. Es soll eine adäquate Verwendung gefunden werden. Bei der offiziellen Eröffnung des neuen Gerichtes am 28. April wird es einen ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche geben.

Die Gerichtspräsidenten hatten mit ihrer Entscheidung, die Kreuze in den neuen Gerichtsräumen am Oberbilker Markt nicht mehr aufzuhängen, Empörung bei Kirchenvertretern ausgelöst. Die Gerichtspräsidenten hatten sich dabei unter anderem auf das so genannte Kruzifix-Urteil berufen, das verlangt, dass Kreuze abgehängt werden müssen, wenn sich beispielsweise Schüler im Klassenraum oder Angeklagte vor Gericht daran stören. Es habe immer wieder Fälle gegeben, in denen Angeklagte verlangt hätten, dass das Kreuz abgehängt werde, erklärte damals Heiner Blaesing, Kopf des Landgerichts. Seiner Meinung nach störe das Hin und Her von Abhängen und Aufhängen mehr das Ansehen des Symbols als der komplette Verzicht. Kirchenvertreter hatten gegen diese Auffassung entschieden protestiert.

(jco)