Kolumne Auf Ein Wort: Gemeinsam gegen Antisemitismus

Kolumne Auf Ein Wort : Gemeinsam gegen Antisemitismus

Antisemitismus entschlossen bekämpfen" lautet der Titel des Antrags von vier Fraktionen des Deutschen Bundestages, der in der letzten Woche zur Schaffung eines Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung führte. Davon geht ein politisch breit getragenes, klares Signal aus: "Der Deutsche Bundestag verurteilt und wendet sich gegen jede Form von Antisemitismus."

Diese Botschaft ist wichtig, weil auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs antisemitische Einstellungen, überwiegend rechtsextrem motiviert, in der Bevölkerung noch in nennenswertem Ausmaß verbreitet sind. Übergriffe auf Juden in unserem Land, Antizionismus und Israelfeindlichkeit zeigen dies auf alarmierende Weise.

Darum ist der Kampf gegen Antisemitismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, nicht allein eine staatliche Aufgabe oder eine Angelegenheit der jüdischen Gemeinden.

Die christlichen Kirchen in Düsseldorf fordern und fördern diesen Kampf seit langem. Sie führen ihn auch selbst aus gesellschaftspolitischer Verantwortung, vor allem aber aus innerster theologischer Überzeugung. Die Römisch-Katholische Kirche sprach bereits 1965 beim Zweiten Vatikanischen Konzil von der "geistlichen Verbundenheit" zwischen Kirche und Judentum. Die Evangelische Kirche im Rheinland machte sich 1980 auf den Weg der Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden und bringt heute ihre geistliche Verbundenheit mit dem Judentum auch in ihrer Verfassung zum Ausdruck: Gott hält an seiner Erwählung des Volkes Israel fest. Juden und Christen hoffen beide auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, deren Kennzeichen Gerechtigkeit sein wird.

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ist mit etwa 7000 Mitgliedern die drittgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland. Ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen liegen Christinnen und Christen am Herzen. Darum treten wir hier in der Landeshauptstadt wie überhaupt in Deutschland dem Antisemitismus entschieden entgegen, wo immer er uns begegnet. Wir achten mit darauf, dass der politischen Ankündigung der letzten Woche auch Taten folgen.

(RP)
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