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Geisel muss eines seiner Versprechen brechen

Geisel muss eines seiner Versprechen brechen

Horst Harguth ist Direktor der Düsseldorfer Akademie für Marketing-Kommunikation und erörtert im Gespräch mit RP-Redakteur Christian Herrendorf die Vorgänge der vergangenen Tage.

Wie beurteilen Sie die Kommunikation von Oberbürgermeister Thomas Geisel zum Thema Ehrung von Joachim Erwin?

Horst Harguth Sie ist unglücklich, weil Thomas Geisel gegen das Gebot der Eindeutigkeit verstößt. Es steht jetzt etwas im Raum, das etwas anderes ist als das, was vorher gesagt wurde. Menschen klopfen Kommunikation auf Sinn ab und in diesem Fall erhalten sie mehrere Botschaften, das ist das Gegenteil von eindeutig.

Wie kann Geisel diesen Fehler heilen?

Harguth Wenn ich das richtig einschätze, hat der Oberbürgermeister zwei Versprechen abgegeben: eines der Familie Erwin und eines den Partnern der Ampel-Koalition. Einer von beiden Seiten muss er nun möglichst ehrlich und offen sagen, dass und warum er sein Versprechen nicht halten kann.

Zu welcher der beiden Seiten würden Sie ihm raten?

Harguth Er muss schauen, dass er den Grad der Vergrätzung und der Enttäuschung so gering wie möglich hält. Das Versprechen ist ja kein Kern-Versprechen der neuen Regierung, das heißt, politisch würde er den Karren wohl wieder freigefahren bekommen, wenn er sein Versprechen an die Familie einhält. Wenn Geisel sich so entscheidet, muss das kein Gesichtsverlust für ihn bedeuten - zumindest wenn er ehrlich dazu steht. Menschen machen Fehler, das wissen andere Menschen auch.

(RP)