Geisel droht Niederlage mit Rheinbahn-Kandidat

Suche nach neuem Vorstandschef : Geisel sucht eine Mehrheit für seinen Rheinbahn-Kandidaten

Mehrere Szenarios für die Sitzung am Freitag sind denkbar.

Bei der Suche nach einem Vorstandschef für die Rheinbahn droht eine Spaltung des Aufsichtsrats. Wie berichtet, befürwortet Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) die Wahl von Norbert Menke, dem ehemaligen Chef der Holding der Stadt Leipzig, zu der auch die Verkehrsbetriebe gehören. Allerdings ist keine Mehrheit in dem 16-köpfigen Gremium abzusehen. Die Arbeitnehmervertreter, die acht Sitze einnehmen, halten am betriebsinternen Kandidaten Michael Richarz fest. Unter den acht Vertretern der Stadt hat Aufsichtsratschef Geisel offenbar zwei Tage vor der Sitzung immer noch keine abgestimmte Linie organisiert.

Die Kandidaten haben ein gegensätzliches Profil. Richarz gilt als Technikexperte mit ÖPNV-Erfahrung. Seine Befürworter trauen ihm zu, die Betriebsprobleme im Bahn- und Busverkehr zügig in den Griff zu bekommen. In Geisels Umfeld kritisiert man aber zu große Nähe zum anderen Vorstand Klaus Klar, ebenfalls langjähriger Rheinbahner. Zudem fehle ein Kaufmann. Geisel erhofft sich, dass der als durchsetzungsstark geltende ehemalige Energiemanager Menke einen frischen Blick mitbringt. Allerdings ist ungewiss, über wie viel ÖPNV-Kenntnis er verfügt. Viele Aufsichtsräte fürchten den nächsten Fehlgriff mit einem Quereinsteiger.

Falls Geisel überstimmt wird, wäre das ein Debakel für den OB – und würde die Unsicherheit bei der Rheinbahn noch verstärken. Mehrere Szenarios sind denkbar. Für Dienstag ist eine weitere Sitzung des Aufsichtsrats anberaumt, die wichtige Personalie könnte auch auf das kommende Jahr verschoben werden. Als Kompromiss könnte der Vorstand auf drei Personen erweitert werden.

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