Düsseldorf: Geheimnisvoller Grabstein von 1643

Düsseldorf: Geheimnisvoller Grabstein von 1643

Anna Schellhammer hat in ihrem Garten in Lohausen den Grabstein eines Konrad Quirin gefunden.

Der Fund, den Familie Schellhammer beim Aufräumen in ihrem Garten machte, gibt Rätsel auf. 2016 bezog die Familie ein Einfamilienhaus der Städtischen Wohnungsgesellschaft SWD in Lohausen am Nagelsweg. Das Haus hat einen riesigen Garten, der aber in einem katastrophalen Zustand war. Die gartenliebenden Schellhammers machten sich im vergangenen Sommer daran, den Garten von wuchernden Büschen zu befreien. "Beim Graben stieß mein Mann in gut zehn Zentimeter Tiefe auf eine Steinplatte. Zunächst sah man nur einen Ausschnitt, wir dachten, es wäre Beton", sagt Anna Schellhammer. Doch beim weiteren Graben stellte sich heraus: Das Fundstück war ein uralter Grabstein in Form eines Kreuzes. Der linke Arm ist leicht beschädigt. Die Inschrift ist schwer lesbar, obwohl der Stein noch gut erhalten ist. Dass es sich um einen Grabstein handelt, ist unstrittig. Auf dem Stein steht, dass Konrad Quirin starb, und zwar am "15. Marti 1643", also im März. Darunter ist noch das Wort "Boch" zu lesen. Und ein Schriftzug mit den Worten "um der Seele Gott Gnade". Schellhammer hält es für möglich, weil alles untereinander geschrieben ist, dass es die Ortsangabe Bochum sein soll. Bochum wurde zwar schon 890 erstmals erwähnt, war aber bis zum Kohleboom an der Ruhr ab 1850 ein unbedeutendes Nest.

Benedikt Mauer, Leiter des Stadtarchivs: "Es war nicht unüblich, dass Grabsteine verwendet wurden als Böden oder als Straßenpflaster." Das einzig Ungewöhnliche sei, dass der Tote aus Bochum stamme. Er vermutet, dass das Grabkreuz von einem Friedhof stammt, der damals im heute innerstädtischen Bereich angelegt worden ist. Häufig wurden solche Friedhöfe in der Gründerzeit aufgelöst und die Grabsteine und Kreuze als Baumaterial verkauft.

Hinweise erbeten an stadtpost@rheinische-post.de, Stichwort: Stein

(tb)