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"Aktion Rheinland": Gedenken an mutige Düsseldorfer

"Aktion Rheinland" : Gedenken an mutige Düsseldorfer

Vor Hinterbliebenen der in der Nacht zum 17. April 1945 hingerichteten Mitglieder der "Aktion Rheinland" haben Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Polizeipräsident Herbert Schenkelberg am Montag an der Hinrichtungsstätte Kränze niedergelegt.

Ein ehrendes Gedenken, das auch 67 Jahre nach Kriegsende nichts von seiner Bedeutung verloren habe, erinnerte Strack-Zimmermann an die fünf Ermordeten und ihre Weggefährten. Aus bürgerlichen Regimegegnern waren in jenen letzten Kriegstagen mutige Männer geworden, die aus Liebe zu ihrer Stadt das Leben riskierten.

Denn während die Nazis darauf bestanden, Düsseldorf bis zur letzten Patrone zu verteidigen, hatten sich diese Männer — ein Bäcker, ein Schreiner, ein Malermeister, ein Architekt und zwei Rechtsanwälte — aufgemacht, die Stadt kampflos zu übergeben. Sie gewannen den Chef der Schutzpolizei für ihre Sache, der sie mit Waffen und einem Fahrzeug ausstattete und den SS-Polizeipräsidenten festsetzte.

Doch weil ihr Plan verraten wurde, mussten Widerständler sterben. Auch der Chef der Schutzpolizei, Franz Jürgens, wurde in jener Nacht hingerichtet, während Aloys Odenthal und August Wiedenhofen sich zu den Alliierten nach Mettmann durchschlugen und tatsächlich in letzter Minute einen bereits geplanten Bombenangriff auf Düsseldorf verhindern konnten.

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Der Polizei waren die als Ehrenbürger gewürdigten Überlebenden der Aktion stets besonders verbunden geblieben. Aloys Odenthal hat sogar den Raum gestaltet, in dem im Keller des Polizeipräsidiums eine Ausstellung die Geschichte der Düsseldorfer Polizei in der Nazi-Zeit dokumentiert. Sie wird vom Verein "Geschichte am Jürgensplatz" betreut, der sich um die Aufarbeitung dieser Geschichte bemüht und dessen Vorstand ebenfalls einen Kranz an der Gedenkstätte an der Anton-Betz-Straße niederlegte.

Wenige Meter weiter, in einem fensterlosen Raum im heutigen Franz-Jürgens-Berufskolleg, hatten die zum Tode verurteilten ihre letzten Stunden erlebt. Schulleiter Manfred Uchtmann öffnete den Raum nach der Kranzniederlegung. Die plötzliche Nähe zu den Männern, die im Kampf für die Freiheit ihr Leben gaben, war vor allem für die Kolleg-Schüler eine bedrückende Erfahrung.

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(anch)