1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Geben und Nehmen am Lessingplatz

Düsseldorf : Geben und Nehmen am Lessingplatz

Nachdem die Givebox am Lessingplatz durch Vandalismus beschädigt worden war, hat die Jugendberufshilfe sie wieder hergerichtet. Grundschüler der GGS Sonnenstraße bemalten sie neu, jetzt steht die Box wieder an ihrem alten Platz.

Die Givebox am Lessingplatz ist zurück. Durch den Einsatz der Jugendberufshilfe, der Bezirksvertretung 3 und Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Sonnenstraße präsentiert sich der Holzkasten in neuen Farben. Bunt bemalt steht er seit gestern wieder bereit, um Bürgern den Austausch und die Spende von Büchern, Spielsachen und Kleidung zu ermöglichen. Die Aufschrift "Geben & Nehmen" ist Programm: Jeder kann etwas abgeben und sich im Gegenzug selbst Dinge aus der Box nehmen. Ein Erfolgsprinzip, wie viele ähnliche Tauschboxen in der Stadt zeigen.

Initiator der Online-Spendenaktion, durch die die frühere Givebox am Lessingplatz finanziert wurde, ist Marko Siegesmund. Zusammen mit Ratsfrau Katja Goldberg-Hammon, die das Projekt unterstützte, und den beteiligten Grundschülern weihte er die Box gestern ein. "So etwas ist nur mit viel bürgerlichem Engagement möglich", sagt Siegesmund. Unter der künstlerischen Leitung von Julia Mrosek, Andrea Hinckers und Lehrer Bernd Ruzicska gestalteten die Schüler die Außenflächen der Box mit bunten Farben und Motiven zum Thema "Geben & Nehmen". Auch das von Jacques Tilly entworfene Maskottchen ihrer Schule verewigten sie mit einer lachende Sonne. Guido Schneider vom mobilen Jugendhilfeträger "Rheinflanke" unterstützte die Schüler, beim Aufstellen der Box half Anwohnerin Gisa zur Nieden. "Außer mir kümmern sich auch viele weitere Ehrenamtler um die Box", sagt sie.

Die Ideen und Zeichnungen erarbeiteten Dritt- und Viertklässler der Grundschule im Kunstunterricht von Ruzicska. 40 Schüler mit und ohne Förderbedarf halfen im Projekt "Gemeinsames Lernen" mit, die Entwürfe zu gestalten. Ein Projektor warf diese dann an die Wände der Givebox, wo die Schüler sie abzeichneten und ausmalten. Ruzicska hofft, dass die Box nicht wie die zuvor zerstört wird. "Die hatte Plexiglastüren. Die Türgriffe wurden rausgebrochen, sodass die Türen offen standen", sagt der Lehrer. Siegesmund baut auf den guten Willen der Bürger: "Nur Überzeugungsarbeit kann vor Vandalismus schützen und zeigen, dass es sich um ein sinnvolles Projekt handelt." Nachbarschaftliche Kontrolle helfe, mutwillige Zerstörung zu verhindern.

Die Regeln zur Benutzung der Box sollen demnächst auf einer Tafel im Inneren nachzulesen sein. "Es dürfen keine Lebensmittel abgegeben werden, auch kein Sperrmüll", sagt Siegesmund. Spender sollten zudem darauf achten, dass sie "Ladenhüter" nach zwei bis vier Wochen selbst wieder abholen. "Da kann man dann sicher sein, dass die keiner mehr haben will", so Siegesmund. Die Spenden und Tauschmöglichkeiten sollen nicht nur bedürftigen Kindern und Familien helfen, sondern auch dazu führen, dass weniger weggeworfen wird. Deshalb gehört auch das Umweltamt zu den Unterstützern des Projekts.

Der Viertklässler Bajram Ramadan half beim Bemalen der Box. "Ich finde die Idee gut, weil arme Leute etwas davon haben. Je mehr in die Box kommt, desto besser", sagt der Neunjährige. Erste Spenden hat er auch schon parat: "Wir haben viele Sachen, die wir nicht mehr brauchen." Sein Mitschüler Ivan Zhevnov freut sich ebenfalls, durch die Givebox Bedürftigen helfen zu können. "Dadurch haben Menschen, die nicht so viel Geld haben, auch etwas zum Leben." Ivan hat auch schon eine praktische Idee für eine Spende: "Die Sachen, die mir zu klein sind, kann noch jemand tragen."

(RP)