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Düsseldorf: Gaslaternen-Befürworter kritisieren neues Konzept

Düsseldorf : Gaslaternen-Befürworter kritisieren neues Konzept

Die Bürger, die sich für den Erhalt einsetzen, fürchten, dass die Stadt so viele Gaslaternen wie möglich entfernen will.

Das von Planungsdezernentin Cornelia Zuschke vorgeschlagene Konzept, wie Erhaltungszonen für Gaslaternen ausgewählt werden können, stößt auf heftige Kritik bei den Bürgern, die sich für den Erhalt der Straßenbeleuchtung einsetzen.

"Dieses Papier ist zweigeteilt. Einerseits sollen die Bürger miteinbezogen werden. Andererseits wird in der Vorlage deutlich, dass die Fachverwaltung so viele Gaslaternen wie möglich entfernen will. Dafür rechnet sie die Laternen schlecht", sagt Lutz Cleffmann von der Initiative Düsseldorfer Gaslicht. Gemeinsam hatte die Initiative gestern mit vielen anderen Vereinen wie den Jonges, dem Eigentümerverband Haus und Grund, dem Bund der Steuerzahler NRW sowie dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zur Pressekonferenz geladen. Eigentlich sollte es um ihre neue Kampagne, mit der sie für den Erhalt werben wollen, gehen. Doch die Details zu dem Konzept wollten die Gaslicht-Befürworter unbedingt kommentieren.

Ein Beleg für das "Schlechtrechnen" ist für Cleffmann etwa, dass es in dem Papier heißt, die Umrüstung einer maroden Laterne sei teurer als ein Ersatz. Damit liege der Schluss nahe, dass es insgesamt günstiger sei, die Laternen zu ersetzen. "Das ist aber nicht so: Wenn an einer Straße nur drei Laternen mit der zertifizierten neuen Gastechnik ausgestattet werden, ist das günstiger als die ganze Straße mit neuen LED-Laternen auszustatten." In dem Konzept stellt die Dezernentin Kriterien vor, wie die Bereiche in Düsseldorf, in denen die Laternen erhalten bleiben sollen, ausgewählt werden können. Neu ist darin, dass ein hohes Heimatinteresse der Bürger dazu führen kann, dass Leuchten bleiben dürfen.

Auch Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven warb für die Gaslaternen und forderte, 10.000 der noch vorhandenen 14.000 Stück zu erhalten. Der Stadtrat hatte seinerzeit entschieden, mindestens 4000 Laternen zu erhalten. Haus und Grund fürchtet indes hohe Kosten für Hausbesitzer, die bei der Erneuerung von Laternen zahlen müssen. Eine Umfrage unter den Mitgliedern in Düsseldorf habe zudem ergeben, dass 90 Prozent von ihnen die Laternen erhalten wollen.

Die Vereine werben ab sofort mit Videos von prominenten Unterstützern für ihre Sache, darunter ist auch der Ex-Oberbürgermeister Dirk Elbers. Jedes Ratsmitglied soll nun eine DVD mit den Stimmen erhalten.

(lai)