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Galopp in Düsseldorf: Rennverein bleibt in der Krise schuldenfrei

Corona in Düsseldorf : Rennverein bleibt in der Krise schuldenfrei

Der Verein erlebt wegen Corona dennoch ein wirtschaftlich schwieriges Jahr. Am Sonntag sind zum Saisonfinale mit dem Großen Preis der Landeshauptstadt erstmals wieder 1000 Zuschauer auf dem Grafenberg zugelassen.

Auf der Galopprennbahn Grafenberg endet am Sonntag die Saison. Zum Finale findet ein Jubiläum statt, denn die 100. Auflage des Großen Preis der Landeshauptstadt steht an. Das Rennen ist mit 55.000 Euro dotiert und wird live vom Sender Sport1 im Fernsehen übertragen, trotzdem schaut der Düsseldorfer Reiter- und Rennverein wegen der Corona-Krise schon jetzt auf ein wirtschaftlich schwieriges Jahr zurück. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Ein solches Jahr aber noch einmal zu überstehen, wird nicht einfach“, sagt Geschäftsführerin Andrea Höngesberg.

Das Finale am Sonntag ist der siebte von neun geplanten Renntagen in diesem Jahr, wegen Corona mussten somit nur zwei Veranstaltungen ausfallen. „Aber wir hätten es uns natürlich gewünscht, wenn mehr Zuschauer erlaubt und dabei gewesen wären“, sagt Höngesberg. Im Vorjahr verfolgten noch rund 100.000 Menschen die Rennen auf dem Grafenberg, 2020 werden es insgesamt etwa 2000 sein. „Beim Preis der Diana waren 300 statt 20.000 da, aber zumindest für das Finale am Sonntag sind wieder 1000 Zuschauer zugelassen – ein kleiner Lichtblick für uns“; sagt die Geschäftsführerin.

Der Rennverein ist ein gemeinnütziger Verein und arbeitet deswegen nicht gewinnorientiert. 3,5 Millionen Euro sind pro Jahr im Umlauf, die eingenommen und investiert werden. Auf rund 250.000 Euro Sponsorengelder musste wegen der Corona-Krise in dieser Saison verzichtet werden, bei den Events außerhalb der Renntage werden von den üblichen 150.000 Euro jetzt nur ein Bruchteil erlöst. Um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten, wurden allein an den Renntagen 320.000 Euro an Kosten eingespart, außerdem profitierte der Verein von den Online-Wetten. „Wir hatten in diesem Bereich an neun Renntagen mit insgesamt 330.000 Euro geplant, haben aber jetzt schon vor dem siebten und letzten Renntag 555.000 Euro erwirtschaftet“, sagt Höngesberg: „Das hat uns extrem positiv überrascht.“

Der Verein werde das erste Corona-Jahr schuldenfrei überstehen. Eventuelle Verluste würden vermutlich durch Spenden ausgeglichen, berichtet die Geschäftsführerin. Verlassen habe man sich in den vergangenen Monaten auch auf die Stadt können. Zwar wurden die Förderungen gekürzt, doch zum Saisonfinale gibt es nur in einem Rennen nicht den vollen Rennpreis. „Und dann müssen wir schauen, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Unser Elan ist von Corona etwas gebremst worden, wir haben aber den Anspruch, dass es wieder richtig gut wird. Wir müssen zurück zur Normalität kommen und wollen uns dann langsam steigern“, sagt Klaus Allofs, seit vergangenem Jahr Vorstandsmitglied des Rennvereins.

Auf lange Sicht möchte der Verein wieder mehr Renntage veranstalten. Nicht nur die „Zocker“ sollen dann den Weg zum Grafenberg finden, ein Renntag soll am besten ein Ausflugsziel am Wochenende für die ganze Familie werden. Die Pläne, wie das gelingen kann, gebe es bereits, doch die wollen Allofs und Höngesberg erst verraten, wenn sie auch spruchreif nach der Corona-Krise sind.

Wovon die Geschäftsführerin aber bereits berichten kann, sind neue Veranstaltungen im nächsten Jahr. So soll Anfang Mai die Landpartie Grafenberg rund um Haus und Garten mit 160 Ausstellern stattfinden, Ende August die Reitsportmesse Open Air und im Winter soll es einen Weihnachtsmarkt geben. Und weil der vergangene Heimatsommer für Belebung auf dem Gelände sorgte, wird hierbei an eine Fortsetzung gedacht. Allofs will bei alledem tatkräftig mithelfen – auch wenn er seit wenigen Tagen nun auch Vorstand bei Fortuna ist und deshalb das Saisonfinale auf der Rennbahn verpasst, weil der Fußball-Zweitligist parallel in Kiel spielt.