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Düsseldorf: Gänsejagd hat noch nicht begonnen

Düsseldorf : Gänsejagd hat noch nicht begonnen

Obwohl die Schonfrist für Gänse auf dem Gebiet des Unterbacher Sees seit ein paar Tagen aufgehoben ist, hat die Jagd noch nicht begonnen. Das jedenfalls erklärte gestern Jörg Nicolaye von der "Unteren Jagdbehörde", die dem Ordnungsamt angehört und für Fragen der Jagd im Stadtgebiet Düsseldorf zuständig ist.

Sechs Jäger sind mit den notwendigen Begehungsscheinen ausgestattet, die es ihnen erlauben, rund um den See Gänse zu schießen. Wann sie das tun, ist ihnen selbst überlassen, sie müssen das nicht vorher ankündigen, hieß es gestern. Wenn sie jagen, tun sie das im Rahmen der üblichen Regeln: Während der Badezeiten oder wenn Jogger oder Spaziergänger am See unterwegs sind, wird es keine Jagd geben. Außerdem sind die allgemeinen Regeln für die Jagdausübung sehr eng. Wer schießt, obwohl Menschen in der Nähe oder gar sichtbar sind, würde schnell seinen Jagdschein verlieren.

Außerdem drängt sich keiner danach, an diesem See Gänse zu erlegen: Den Schützen ist bewusst, dass sie dort einen sehr unpopulären Auftrag zu erfüllen versuchen. Zahlreiche Zuschriften an die RP belegen das. Der Entschluss, die Schonfrist für die Gänse aufzuheben und vor allem noch nicht flugfähige Jungtiere zu erlegen, stößt bei vielen Tierfreunden auf heftigen Widerstand.

Übrigens bezieht sich die Aufhebung der Schonfrist nur auf den See. Im Freibad Lörick, wo eine kleinere Gänsekolonie ebenfalls für Ärger sorgt, werden die Tiere keinesfalls geschossen. Der Zweckverband Unterbacher See hofft, die Gänse durch die Jagd zu vertreiben. Rund 200 Tiere (meist Kanada- und Nilgänse) halten sich häufig an den Stränden und Liegewiesen der Bäder auf. Mit ihrem Kot verschmutzen sie die Flächen, die Ausscheidungen gelten als gesundheitsgefährdend. Täglich wird kiloweise Gänsekot eingesammelt.

(RP)