Düsseldorf: Gaby Köster: "Nach Düsseldorf kommen tut ja gar nicht weh"

Düsseldorf: Gaby Köster: "Nach Düsseldorf kommen tut ja gar nicht weh"

Die Kölner Schauspielerin und Kabarettistin las im Heine-Institut Auszüge aus ihren Büchern.

Der Jubelsturm, der Gaby Köster im voll besetzten Palais Wittgenstein entgegenschlug, entschädigte sie für die weite Anreise. "Nach Düsseldorf zu kommen, tut ja gar nicht weh", stellte die gebürtige Kölnerin fest.

Wenngleich ihr der Gang auf die Bühne nach dem 2008 erlittenen Schlaganfall nicht ohne Hilfe möglich war, legte die 56-Jährige gleich zu Beginn mit ihren Späßen derart los, als ob sie jene Bühne nie verlassen hätte. Anlässlich des Internationalen Frauentages morgen war Köster auf Einladung des Heine-Instituts und des Gleichstellungsbüros in den Saal an der Bilker Allee gekommen, um ein paar Auszüge aus ihren Büchern zu präsentieren. Passend zum Anlass drehten sich die kurzen Auszüge über Szenen aus dem Alltag zwischen Mann und Frau, geschrieben aus der Sicht von Gaby Köster und versehen mit ihrem typisch-derben Humor.

Ihre "Geschichten, die das Leben schrieben" handelten überwiegend von Verständnisproblemen mit Dienstleistungsgewerben - mit überwiegend Männern in den Hauptrollen. Besonders der US-Handelskonzern Amazon und seine Paketzusteller bekamen bei ihrem Rundumschlag gegen die "Servicewüste Deutschland" ihr Fett weg. Aber auch die Begeisterungsfähigkeit von Männern nahm sie wiederholt aufs Korn. Will man seinen Liebsten zu einer Renovierung bewegen, muss man einen Handwerker ins Haus bestellen. "Nichts spornt einen Mann so an wie die Anwesenheit eines anderen männlichen Individuums, dass ihm seine handwerklichen Fähigkeiten abspricht", sagt Köster.

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Abseits der Lesung bot Köster noch einen besonderen Programmpunkt aus ihrem Repertoire an. Nachdem sie sich auf das Verfassen von Büchern beschränkt hatte, strebt sie nun mit der Stand-Up-Komödie "Sitcom" ein Comeback auf der Bühne an. Als "Josefine Schwarzbach" spielt sie eine 79-Jährige, etwas tattrige Großmutter mit einem Hang zu Telefonstreichen. Dass ihr fiktiver Enkel über Anrufe am Sonntagmorgen nicht allzu begeistert sein dürfte, ist ihr nur allzu bewusst. Kümmern tut es sie jedoch nicht. Dass die Familie dann auch noch über den geistigen Zustand der Großmutter sinniert, befeuert Köster alias Oma Josefine sogar noch. "Vollmacht? Ich hab' mich noch nie vollgemacht!", beantwortet sie mit beißendem Spott die vorsichtigen Nachfragen.

Bevor Köster nach einer Stunde Programm die Heimreise antrat, stand sie der Heine-Institutsmitarbeitern Sabine Brenner-Wilczek Rede und Antwort. Hintergrund war die Ausstellung "Außergewöhnliche Frauen", welche die originalen Handschriften berühmter Autorinnen wie Florence Nightingale, Clara Schumann oder Astrid Lindgren präsentiert. Die Frage nach ihren Lieblingsromanen beantwortete Köster: "Pipi Langstrumpf. Ihre Bücher sind so lebensnah geschrieben - und es kommen Banditen und Raufbolde vor!"

(RP)