Auszeichnung für Hitzlsperger: Fußball-Prominenz in Düsseldorf

Auszeichnung für Hitzlsperger : Fußball-Prominenz in Düsseldorf

Das Spiel der Nationalelf brachte zahlreiche bekannte Gesichter des Fußballs in die Landeshauptstadt. Im Rathaus empfing OB Elbers den DFB mit Uwe Seeler und eine Abordnung aus Belgien. In der Classic Remise wurde Thomas Hitzlsperger für sein Engagement gegen Intoleranz ausgezeichnet.

Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger gehörte gestern nicht zum Kader der Nationalmannschaft — und erlebte trotzdem einen schönen Tag in der Stadt des EM-Qualifikationsspiels. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat dem 29-Jährigen in der Classic Remise (früher Meilenwerk) den Julius-Hirsch-Preis verliehen — unter den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger, dessen Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder, Ehrenspielführer Uwe Seeler sowie der Trainer Otto Rehhagel und Felix Magath. Den Julius-Hirsch-Preis erhalten Persönlichkeiten, die sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz einsetzen. Namensgeber ist der Nationalspieler Julius Hirsch, den die Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten.

Neben Hitzlsperger hat der DFB auch drei Initiativen geehrt. Der erste Preis ging an die Jugendinitiative Spiegelbild aus Wiesbaden. Sie hat Bildungsprojekte angestoßen, in denen sich Schüler auf die Spuren von jüdischen Fußballern begeben und einen Film über den Konflikt zwischen einer türkischen und einer griechischen Mannschaft gedreht haben. Die weiteren Preise gingen an das Gräfenberger Sportbündnis, in dem sich neun Vereine gegen rechtsextreme Aufmärsche zusammengeschlossen haben, und das Projekt "Doppelpass" aus Mannheim. Die Mitglieder haben im Fanblock des SV Waldhof Mannheim ihre Parole "Stimmung statt Rassismus" praktisch in die Tat umgesetzt.

Ehrenpreisträger Hitzlsperger ist als 18-Jähriger in die englische Liga gewechselt und hat später auch bei Lazio Rom gespielt. "Dadurch habe ich besser verstanden, wie es Ausländern ergeht, die nach Deutschland kommen", sagte der Mittelfeldspieler, der 2007 den VfB Stuttgart zur Meisterschaft geschossen hatte. Heute positioniert er sich auf der Internet-Plattform "Störungsmelder" und in der Kampagne "Gesicht zeigen" gegen Fremdenfeindlichkeit. "In England wird viel gegen Rassismus unternommen, in Deutschland kommen wir langsam auch dahin", sagte Hitzlsperger.

Ausländische Gäste hatte Oberbürgermeister Dirk Elbers schon am Vormittag im Rathaus begrüßt. Neben Seeler, Zwanziger, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und DFL-Präsident Reinhard Rauball war auch eine Abordnung des belgischen Fußballverbandes erschienen. Dessen Präsident Francois de Keersmaecker verband mit dem Besuch die Hoffnung, dass sich Gary Linekers Definition vom Fußballspiel, das 90 Minuten dauert, aus zwei Mannschaften mit elf Spielern besteht und an dessen Ende immer die Deutschen gewinnen, in Düsseldorf nicht bewahrheiten möge. Elbers gab sich diplomatisch, wünschte allen ein spannendes Spiel und lobte die Zusammenarbeit mit dem DFB, der Düsseldorf regelmäßig als Länderspielstätte auswähle. Zwanziger gab das Lob geradewegs zurück: Düsseldorf habe ein tolles Stadion, sympathische Menschen und den "größten OB Deutschlands". Aus Zwanzigers Sicht verständlich: Der 1,97-Meter-Mann Elbers überragte ihn um mehr als einen Kopf.

(RP)