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Digitales Antennenradio macht Probleme: Funk gestört: Feuerwehr in Sorge

Digitales Antennenradio macht Probleme : Funk gestört: Feuerwehr in Sorge

Seit das digitale Antennenradio DAB+ auf Sendung ging, können Polizei und Feuerwehr sich nicht mehr überall drahtlos verständigen. In den Gebäuden nah am Sendemast , kann das für die Einsatzkräfte brandgefährlich werden.

In Unterbilk ist es besonders schlimm. Unter dem Rheinturm, von dessen Spitze seit dem 1. August das digitale Antennenradio DAB+ gesendet wird, können Polizisten zwar das Präsidium sehen. Aber es nicht per Funk erreichen.

Seit Anfang August ist der Polizeifunk — ohnehin nicht gerade auf hohem technischen Standard — in vielen Teilen der Stadt gestört. Davon betroffen ist der Zwei-Meter-Band-Bereich, also die Handfunkgeräte, die immer dann genutzt werden, wenn Polizisten nicht im Fahrzeug sind. "Nicht nur unsere Fußstreifen sind auf diese Geräte angewiesen, sondern jeder Beamte im Einsatz", sagt Polizeisprecher Wolfgang Wierich und bestätigt: "Die Störung begann zur gleichen Zeit wie die Bildstörung im ARD-Programm."

Dass der gestörte Kabel-TV-Empfang mit dem Sendestart des digitalen Antennenradios zusammenhängt, ist erwiesen. Ob die Polizeifunk-Störung aber auch vom DAB+ verursacht wird, wird derzeit untersucht, sagt Rudolf Boll, Sprecher der Bundesnetzagentur. "Es sieht aber schon nach einem ursächlichen Zusammenhang aus." Das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LAZPD) in Duisburg führt zurzeit Messungen durch, um die Störquelle zu identifizieren.

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Während der Kabel-Fernsehempfang deshalb gestört ist, weil das digitale Antennenradio auf derselben Frequenz sendet, auf der im analogen NRW-Kabel das ARD-Programm ausgestrahlt wird und dies an Verteilanlagen und Steckdosen, — also überall, wo die Kabelabschirmung nicht ausreichend ist — zu Überschneidungen führt, sind die Frequenzen von DAB+ und Polizeifunk nicht identisch. "Wir wissen nicht, wie die Störung entsteht, arbeiten aber mit Hochdruck gemeinsam mit der Polizei an einer Lösung", sagt Boll. Auch die Dortmunder Polizei hat seit dem Start von DAB+ ein Funkproblem. "Das in Düsseldorf ist aber drängender, weil dort alle sicherheitsrelevanten Bereiche direkt um den Sendeturm konzentriert sind", so Boll.

Die Gebäude rund um den Rheinturm machen auch der Feuerwehr Sorgen. "Die Hochhäuser im Hafen werden zu unkalkulierbaren Objekten für uns", sagt Andreas Schweiger von der Funkwerkstatt der Berufsfeuerwehr. Denn wenn es brennt, halten die Lösch- und Rettungstrupps ebenfalls per Zwei-Meter-Band den Kontakt nach außen. "Sie in einem Notfall zu orten, kann dann schwierig werden", sagt Schweiger. In den Tiefgaragen ist die Gefahr geringer: "Da ist unser Funksignal stärker als alles von außen." Aber in den oberen Etagen könnte eine plötzliche Funkstille die Retter in Gefahr bringen. Für die Bevölkerung sieht Schweiger keine Gefährdung: "Wir kriegen trotzdem jedes Feuer aus. Aber das Risiko steigt für unsere Leute."

Die Funkstörung bestätigt damit eine alte Forderung der Feuerwehr: Sensible Gebäude mit eigenen Funkanlagen auszustatten, wie es die Bauaufsicht bei einigen Bauten schon zur Auflage macht. Diesen Objektfunk kann dann im Notfall die Feuerwehr ungestört nutzen.

Die Polizei setzt zurzeit auf schnelle Frequenzwechsel. "Wenn es knackt, wird umgeschaltet." Eine Übergangslösung, betont Wolfgang Beus im Innenministerium, die zumindest sicherstelle, dass die Einsatzfähigkeit der Polizei nicht eingeschränkt werde. Die kann notfalls auch auf den — nicht gestörten — Funk im Streifenwagen zurückgreifen. "Das soll aber natürlich nicht auf Dauer so bleiben", sagte Beus.

Eine Dauerlösung könnte laut Bundesnetzagentur ganz einfach erfolgen: durch Umstellung der veralteten Funktechnik auf ein digitales System. Andreas Schweiger hat da seine Zweifel: "Niemand garantiert, dass der Digitalfunk nicht auch gestört wird."