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Für die Düsseldorfer Lebenshilfe ist die Pandemie eine besondere Belastung

„Alltag grundlegend verändert“ : Pandemie fordert die Düsseldorfer Lebenshilfe heraus

Die Pandemie hat die Lebenshilfe, die geistig Behinderte betreut, vor enorme Herausforderungen gestellt. Jetzt blickt der vor 60 Jahren gegründete Verein nach vorn. Wichtig für die Menschen mit Handicap ist der Vollbetrieb der Werkstätten für angepasste Arbeit.

Schritt für Schritt erobert sich die Düsseldorfer Lebenshilfe, die Menschen mit geistiger Behinderung betreut, ein Stück Normalität zurück. „Corona hat unseren Alltag grundlegend verändert, die Herausforderungen waren enorm“, sagt Peter Brünsing.

Eigentlich hatten sich der Geschäftsführer des Vereins mit Sitz in Eller und sein 273 Mitarbeiter zählendes Team auf ein Jahr mit besonderen Veranstaltungen rund um den 60. Geburtstag gefreut. Doch dann kam die Pandemie. Und für die Menschen mit Handicap wurde über Nacht alles anders. Die Werkstatt für angepasste Arbeit, in der die meisten einen größeren Teil des Tages verbringen, wurde geschlossen. Und auch die für viele Menschen mit geistiger Behinderung so wichtigen Besuche der Eltern gab es plötzlich nicht mehr. „Ähnlich wie in den Altenheimen galten mit dem Shutdown auch in unseren Einrichtungen strenge Besuchsverbote“, sagt Brünsing.

Für die rund 270 Lebenshilfe-Mitarbeiter bedeutete das eine grundlegende Änderung aller Abläufe. Denn plötzlich trugen sie  allein die Verantwortung für 142 Bewohner in den Wohnstätten. „Versorgen, betreuen, aufmuntern und unterhalten – das alles mit einem Mund-Nase-Schutz, der während des gesamten Arbeitstages getragen werden musste“, beschreibt Brünsing die Bedingungen. Am 21. September sollen die bereits wieder geöffneten Werkstätten für angepasste Arbeit wieder in den Vollbetrieb gehen.

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Den Verein sieht er sechs Jahrzehnte nach seiner Gründung gut aufgestellt. Die Lebenshilfe habe ein neues Wohnhaus an der Werstener Dorfstraße bezogen und das in die Jahre gekommene Domizil am Offenbacher Weg durch einen Neubau ersetzen können. Jenseits der Wohnstätten kümmert sich der Verein um 55 Männer und Frauen im sogenannten betreuten Wohnen sowie rund 190 Jungen und Mädchen in den Kitas. Hinzu kommen die Frühförderung, an der aktuell 220 Kinder teilnehmen, die Schulbetreuung, Lese- und Rechtschreibkurse sowie Freizeitaktivitäten.

Die Krise um einen Ex- Geschäftsführer, der wegen seines Umgangs mit den Finanzen des Vereins zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, hält Brünsing für überwunden. „Das hätte unsere Existenz bedrohen können. Wir haben daraus gelernt“, sagt er.