Für 2,5 Millionen Euro wird die Düssel in Düsseldorf-Vennhausen renaturalisiert

Zurück zur Natur : Der Ausbau der Düssel in Vennhausen kann nun beginnen

Nach jahrelanger Planung kann er nun endlich beginnen – der naturnahe Ausbau der Düssel. Das Projekt soll bereits im Frühjahr 2020 fertiggestellt sein und wird am Ende knapp 2,5 Millionen Euro gekostet haben.

Kurz vor Beginn der Arbeiten am Vennhausener Düsselabschnitt wurden die Anwohner zu einem umfassenden Informationsabend eingeladen. Knapp 100 Interessierte fanden sich im Gemeindezentrum der Markusgemeinde am Sandträgerweg ein. Der erste Abschnitt der insgesamt 1,8 Kilometer liegt zwischen dem Spaltwerk Höherhof und dem Sandträgerweg, und genau dieser Abschnitt war auch das Thema des Abends. Auf diesen ersten 700 Metern wird das Flussbett und der Uferbereich der Düssel teils auf das etwa Dreifache vergrößert. Das Ufer wird abgeflacht, das ehemals betonierte Bett wird komplett renaturalisiert, und eine Vielzahl an neuen Pflanzenarten werden ihr Zuhause an der Düssel finden. So ergibt sich eine neue, deutlich natürlichere Umgebung, die am Ende einen idealen Lebensraum für Fische, Amphibien, Insekten und auch Vögel bieten soll. Sogenannte Sohlsteine und Totholz sollen für einen natürlicheren Bachlauf sorgen und eine Strömungsvielfalt ermöglichen. Das Totholz im Wasser wird außerdem der Lebensraum vieler Tierarten. Die Abflachung des Ufers soll ebenfalls die Artenvielfalt in und an der Düssel unterstützen.

Die Anwohner hatten anschließend viele Fragen. Können Kinder und Hunde auch weiterhin die Uferzone erreichen? Was geschieht mit der Fußgängerbrücke, die ein schnelles Erreichen der Kindertagesstätte aus Richtung des Reichenbacher Wegs ermöglicht? Bleiben die Gehwege erhalten? Antworten auf die meisten Fragen waren schnell gefunden. Die Uferzone der Düssel wird teils stark bepflanzt, an anderen Stellen aber weiterhin erreichbar sein. Der aktuelle Gehweg wird nur verlegt und keineswegs verschwinden. So wird es auch in Zukunft einen Fuß- und Radweg geben, der an der Düssel entlangführt. Einzig die Thematik rund um die Brücke sorgte für Unmut. So war bislang geplant gewesen, die Brücke so wie sie ist zu erhalten und das ausgebaute Flussbett weiterhin darunter durchzuführen. Kontrollen der Brücken hatten nun aber ergeben, dass eine Erneuerung nötig werden könnte. Dies wird nun erst mal geprüft. Kristian Lütz vom Amt für Stadtentwässerung und seine Kollegen vor Ort waren jedoch bemüht, alle Fragen zu beantworten. So auch die zum Thema Hochwasserschutz. Auch im Falle eines Jahrhunderthochwassers sollte die Düssel nun, nach leichten Anpassungen der Pläne, nicht über ihre Ufer treten.

Aktuell wird der ehemalige Sportplatz am Tannenhofweg zu einer Baustelleneinrichtungsfläche mit Baucontainern umfunktioniert. Inge Theiß und Annette Melles sind Anwohnerinnen und laufen bislang tagtäglich an der Düssel vorbei. Sie waren sich am Ende des Abends einig, dass man trotz aller Einschränkungen nicht vergessen sollte, dass das Projekt im großen Ganzen eine „tolle Sache“ sei.

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