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Düsseldorf: Fünf Prozent weniger Unternehmen gehen in die Insolvenz

Düsseldorf : Fünf Prozent weniger Unternehmen gehen in die Insolvenz

Auch wenn voraussichtlich in diesem Jahr 383 Unternehmen in die Insolvenz gehen, sind das für Rainer Bovelet trotzdem positive Zahlen. "Nur zum Vergleich: Wir hatten in einem Jahr auch schon mal mehr als 600 Insolvenzen", sagt der wissenschaftliche Leiter der Creditreform, einer Wirtschaftsauskunftei unter anderem für Düsseldorf und den Kreis Neuss.

Darum ist auch die Zahl aus dem ersten Halbjahr 2014 für ihn positiv: In den ersten Monaten sind 206 Unternehmen in die Pleite gegangen, wie es früher hieß. Im Jahr zuvor waren es noch 216. Die meisten Insolvenzen treffen die Branchen Dienstleistung, Gastronomie und Bau. Bemerkenswert in der Gastronomie: Laut Angaben der Creditreform hat das mittlerweile schon mehr als ein Jahr alte Nichtraucher-Gesetz nicht zu auffällig mehr Insolvenzen von Kneipen oder Restaurants geführt. Warum ein Unternehmer sein Geschäft aufgeben muss, hat viele Gründe. "Oft ist es auch die Zahlungsmüdigkeit seiner Kunden", weiß Bovelet. Außerdem fehle bei jungen Existenzgründern ein tragfähiges Konzept fürs Unternehmen. Darum rät der Experte unbedingt dazu, alle Beratungsangebote anzunehmen. "Es gibt viele tolle Angebote, die sollte man wirklich in Anspruch nehmen." Aber: Es sind nicht immer allein die jungen Gründer, die in die Insolvenz gehen. Mit Strauss in Langenfeld und Zamek in Düsseldorf hat es auch zwei große Unternehmen getroffen. Bovelet ist sich sicher: "Für das Scheitern dieser Unternehmen gibt es natürlich viele Gründe, aber meistens hängt es mit Missmanagement zusammen."

Düsseldorf ist in den Augen der Wirtschafts-Experten eine aktive und quirlige Stadt. Das heißt: Wo viele Firmen gegründet werden, ist die Chance, dass der ein oder andere scheitert, in Relation größer. Vor allem Dienstleistungsunternehmen melden Konkurs an: Beratung, Finanzierung, Handel.

Die Prognose für die restlichen Monate des Jahres ist einigermaßen positiv. Es gibt sogar einen Weltmeister-Effekt, sagen die Wirtschaftsexperten. Sie sprechen von einem "vorübergehenden fußballbedingten Nachfrageboom" und einem "Weltmeister-Faktor", der durchaus in der Lage sei, die Wirtschaft anzukurbeln. Darum sei für die nächsten Monate eher von einer Verbesserung als Verschlechterung der Finanz-Lage der regionalen Unternehmen auszugehen. Zumal die deutschen Verbraucher zurzeit in "guter Kauflaune" seien, so der GfK-Konsumklima-Index. Demnach klettert die Konjunkturerwartung auf ein Drei-Jahres-Hoch.

(RP)