Solingen/Düsseldorf Fünf Drogendealer im Parkhaus gefasst

Solingen/Düsseldorf · Über Wochen hatten Beamte der Kripo Wuppertal einen Drogenring beschattet. Jetzt erfolgte der entscheidende Schlag in Düsseldorf.

 Die Einfahrt zu dem Parkhaus an der Bachstraße in Bilk. Dort trafen sich die Dealer nach einer „Beschaffungsfahrt“ nach Holland.

Die Einfahrt zu dem Parkhaus an der Bachstraße in Bilk. Dort trafen sich die Dealer nach einer „Beschaffungsfahrt“ nach Holland.

Foto: Endermann, Andreas

Die Übergabe fand in einem Düsseldorfer Parkhaus in der Bachstraße im Stadtteil Bilk statt. Dort trafen sich jetzt vier Solinger mit einem aus dem niederländischen Venlo kommenden Dealer. Für die Männer im Alter von 26, 28, 29 und 34 Jahren schnappte noch am Übergabeort die Falle zu.

 Die bei der Festnahme der Drogendealer sichergestellte Waffe.

Die bei der Festnahme der Drogendealer sichergestellte Waffe.

Foto: Polizei

Das war am Dienstag um 15.55 Uhr und das Ergebnis mehrwöchiger Ermittlungsarbeiten des Kriminalkommissariats 21 im Wuppertaler Polizeipräsidium. Nicht nur im Mercedes des 33-jährigen Drogenkuriers fand die Polizei noch vor Ort acht Kilogramm Marihuana, auch bei der Durchsuchung von neun Solinger Wohnungen mit einem Schwerpunkt im Stadtteil Wald, wurden nicht nur weitere Drogen, sondern auch eine scharfe Schusswaffe mit Schalldämpfer, mehrere zehntausend Euro Drogengeld, ein Elektroschocker, Handys und Zubehör zum Wiegen der Drogen von der Polizei beschlagnahmt.

Die Waagen wurden ebenfalls bei den Dealer gefunden.

Die Waagen wurden ebenfalls bei den Dealer gefunden.

Foto: Polizei

Auch in einem Solinger Café in der Nordstadt sowie in den Fahrzeugen der Käufer wurden illegale Drogen sichergestellt. Insgesamt, so heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft, konnten zehn Kilogramm Marihuana und ein Kilogramm Amphetamine aus dem Verkehr gezogen werden, darunter auch Drogen, die in einer Düsseldorfer Wohnung und einem Düsseldorfer Café sichergestellt wurden.

Acht Männer befinden sich seither in Untersuchungshaft, wie Wolf-Tilman Baumert von der Wuppertaler Staatsanwaltschaft erklärt. Es handelt sich um den niederländischen Drogenkurier sowie sieben Männer aus Solingen. Weil im Rahmen der Ermittlungen auch eine scharfe Schusswaffe gefunden wurde, müssen sich einige von ihnen wegen bewaffneten Drogenhandels vor Gericht verantworten. "Darauf steht eine Mindeststrafe von fünf Jahren", erklärt Baumert.

Eine ebenfalls gefasste Düsseldorferin und vier Solinger wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen fehlender Haftgründe aus dem Gewahrsam entlassen. Die umfangreichen Folgeermittlungen wegen banden- und gewerbsmäßigen Handels mit nicht geringen Betäubungsmittelmengen bzw. der Einfuhr nicht geringer Mengen Betäubungsmittel dauern an.

Diese Zerschlagung eines Drogenrings, der u.a. in Düsseldorf aktiv war, ist der dritte spektakuläre Fall von Drogenhandel, den die Polizei hier aufgeklärt hat. Vor wenigen Wochen stand in Düsseldorf eine 76-jährige Rentnerin vor Gericht, die bei über 100 Kurierfahrten zwischen Venlo und Düsseldorf rund eine Tonne unterschiedlicher Drogen herbei geschafft hatte. Motiv: Sie bekam zu wenig Rente. Und im Frühsommer entdeckte die Polizei eine Art Drogen-Taxi: Wie beim Pizza-Bringdienst kamen die Dealer auf Bestellung und lieferten den gewünschten Stoff an jede Adresse.

Marihuana und Amphetamine gehören zu den vielfach konsumierten Drogen. "Auch Heroin und Kokain sind durchaus im Geschäft", sagt ein Drogen-Experte der Kripo. Auch das Alter der Drogenkonsumenten ist sehr unterschiedlich und reicht von Jugendlichen bis zu Menschen jenseits der 50.

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