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Führung zum Valentinstag im Aquazoo Düsseldorf

Aquazoo Düsseldorf : Wie Landschildkröte und Python Liebe machen

Warum Rochen Dyson das Rochenmädchen Dörte jagt und warum sich Pornoproduzenten für den Liebesakt der Landschildkröten interessieren sollten, erfuhren Besucher einer Sonderführung im Aquazoo.

Der Valentinstag ist für viele der Inbegriff der Romantik. Philipp Martin Schröder hat damit wenig am Hut. Trotzdem organisierte er den „Valentinsabend im Aquazoo“ mit Sekt­empfang und Führungen zum Liebesleben der Tiere. Innerhalb einer halben Stunde waren die 60 Plätze, die Paaren in der Altersklasse über 18 vorbehalten waren, ausgebucht. „Wir wissen, dass das Thema funktioniert“, erklärt Schröder. „Und Liebesleben passt ja irgendwie zum Valentinstag. Aber das Liebesleben von Python und Co ist oft alles andere als romantisch. Damit nehmen wir den Valentinstag auch auf die Schippe.“ Das wiederum passt zur Karnevalszeit, auf deren Höhepunkt Düsseldorf ja mit aller Macht zusteuert.

So erfuhren die biologisch Interessierten etwa, dass beim Liebesspiel der Braunen Landschildkröten das „Stöhnen“ des Männchens nicht zu überhören ist. „Damit könnte man problemlos jeden Porno synchronisieren. Und das Männchen guckt auch sehr angestrengt,“ konstatierte Aquazoo-Lehrteammitglied Marc Meßling.

Das war aber auch schon die „heftigste“ Bemerkung auf dem 90 minütigen Inforundgang. Vielmehr gab es Erhellendes aus dem Reich der Fauna. „Es ist oft sehr schwer, das Geschlecht bei den braunen Landschildkröten festzustellen, weil bis auf Kopf und Beine alles gut verpackt ist. Da hilft ein Blick auf den Brustpanzer. Bei Schildkrötenmännchen ist der meist nach innen gewölbt, Damit sie beim Liebesakt nicht ständig vom Panzer des Weibchens abgleiten“, verriet Meßling.

Und man erfuhr, dass die Paarung im Tierreich nicht immer ein freundlicher Akt ist. So treiben Leguan-Männchen, ihre „Angebetete“ ins Geäst, so dass sie nicht mehr flüchten kann. Haie und Rochen verbeißen sich in das Weibchen, um es  zum Sex zu zwingen. „Unser Rochen Dyson jagt gerne Dörthe“, so Meßling. „Dörthe möchte auch gejagt werden, um festzustellen, wie fit Dyson ist. Wenn er nach der Hälfte schon aufgibt, weiß Dörthe, dass sie mit Dyson nur Schwächlinge zeugt und lässt die Flossen von ihm.“

Damit war klar, dass es im Tierreich viele Parallelen zum menschlichen Paarverhalten geben kann. „Auch beim Menschen suchen sich die Frauen meist den Mann aus, und der muss vorher so manche Verrenkung machen, um zu beweisen, dass er der richtige ist“, meint Meßling und über die Gesichter der Führungsteilnehmer huschte meist ein bestätigendes Lächeln.

Weitere Kuriositäten: Es werden nur männliche Clownsfische geboren, von denen sich später der Dickste in ein Weibchen verwandelt und mit allen anderen Clownsfischen als Harem zusammenlebt. Zudem scheint Homosexualität und Prostitution im Tierreich an der Tagesordnung zu sein. „Bei Pinguinen ist Homosexulität verbreitet,“ so Meßling. „Und Adeliepinguine, die eigentlich monogam sind, schlafen mit Fremden, um von ihnen Steine für den Nestbau zu bekommen.“

„Wir hatten gehört, dass die Führung interessant, abwechslungs- und lehrreich sowie witzig ist und dass man sie nicht verpassen sollte. Und genau das ist es“, stellte Simon fest. „Genauso werde ich die Führung auch weiterempfehlen.“ Er zählt sich, seine Freundin, seinen Freund Martin und dessen Partnerin nicht zu den „Valentinstagjüngern“. Und doch hatten die beiden im Anschluss noch einen Vierertisch für ein romantisches Dinner in einem Restaurant bestellt.