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St. Peter: Frühwarnsystem an Pfeilern

St. Peter : Frühwarnsystem an Pfeilern

Großbaustelle St.Peter: Direkt neben der Pfarrkirche, die nach dem Brand 2007 renoviert wird, entsteht ein U-Bahnhof der Wehrhahnlinie. Messgeräte sollen anzeigen, ob das den fragilen Kirchenbau gefährdet.

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p class="text">Friedrichstadt In der Kirchengemeinde St. Peter macht man sich Sorgen um den Wiederaufbau des im Juni vergangenen Jahres durch einen Dachstuhlbrand schwer beschädigten Gotteshauses. Denn zur technisch anspruchsvollen Baustelle kommt am Kirchplatz in unmittelbarer Nähe jetzt auch noch der Bau der U-Bahn-Linie hinzu, mit seinen Erschütterungen durch schweres Baugerät. Dort wird ein U-Bahnhof entstehen.

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p class="text">Balthasar Gehlen, Chef des für die Sanierung des Daches zuständigen Düsseldorfer Ingenieurbüros weiß: "Die Kirche ist ein schlankes Gebäude mit hohen Pfeilern und einem empfindlich gemauerten hohen Gewölbe." Deshalb ließ er horizontale Zugbänder einbauen, um Verschiebungen zu verhindern. Und als Frühwarnsystem haben die Ingenieure an jedem Pfeiler der Kirche kleine Messmarken angebracht An ihnen kann elektronisch und per Computerprogramm überprüft werden, ob etwa Pfeiler oder Außenmauern in Bewegung geraten sind, sich eventuell leicht neigen. Bisher hat der Computer noch keinen Alarm gegeben. Auch Gehlen beruhigt: "Ich bin kein Prophet. Aber ich gehe nach den bisherigen Messungen davon aus, dass, falls es überhaupt Beeinträchtigungen geben sollte, sie im Toleranzbereich liegen. An allen Baustellen, die Nachbargebäude beeinträchtigen könnten, dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden." Um jedes Risiko auszuschließen, könnten dennoch weitere Vermessungsarbeiten notwendig werden. Gehlen: "Bei historischen Bauwerken sind Vorsichtsmaßnahmen ohnehin immer sinnvoll."

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p class="text">Ein weiteres Problem für die Ingenieure: Zunächst konnten sie keine Baupläne der Kirche finden, deren Grundstein am 29. September 1895 gelegt worden war. Erst später entdeckte ein Gemeindemitglied auf seinem Dachboden Kopien der alten Pläne. Dennoch musste das Ingenieurbüro Gehlen für die komplizierten Details der Statik zusätzliche Messungen durchführen.

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p class="text">Eine aufwändige Gerüstkonstruktion sichert derzeit die Arbeiten am Dachfirst ab. Die Gerüste für die Arbeiten in 30 Meter Höhe (der Turm ist 80 Meter hoch) dürfen sich dabei auf keinen Fall, weder von außen noch von innen an die Kirchenwände, lehnen. Drahtseile, die durch die Kirche gespannt sind stabilisieren die Gerüstkonstruktion.

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p class="text">Damit sich Katastrophen wie die vom 20. Juni nicht wiederholen können, werden nach Abschluss der Arbeiten halbfertige Löschanlagen eingebaut, wie es sie derzeit schon im Aachener Dom gibt.

Wenn die Arbeiten voraussichtlich im nächsten Jahr vor dem Ende stehen, muss sich die Gemeinde entscheiden, ob die nach dem Krieg eingebrachte neutrale Verglasung durch eine künstlerisch anspruchsvollere ersetzt werden soll.

(RP)