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Düsseldorf: Früchte-Cocktails für krebskranke Kinder

Düsseldorf : Früchte-Cocktails für krebskranke Kinder

In der Kinderklinik der Universität mixen jetzt dienstags freiwillige Helfer Getränke mit den Patienten.

Neugierig schauten sich gestern Mittag einige Patienten der Kinderkrebsklinik die mit Säften, Sirupen und Eiswürfeln bestückte Früchte-Cocktailbar auf vier Rädern an. Eigentlich haben viele der krebskranken Kinder und Jugendlichen wegen ihrer Chemotherapie keinen Appetit auf Essen oder Getränke: Die Strahlenbehandlung verändert ihren Geruchs- und Geschmackssinn so stark, dass ihnen kaum noch etwas schmeckt und sie deswegen oft nichts zu sich nehmen wollen. Doch als die Kinder und Jugendlichen die bunte und mit "Fruchtalarm" gekennzeichnete mobile Bar sehen, wollen sie dann doch gerne einen bunten Säfte- und Sirup-Mix aus Rhabarber, Preiselbeere, Vanille oder Erdbeere probieren.

Die Neugier der jungen Patienten zu wecken, ihnen eine Freude im Klinik-Alltag zu bereiten und sie spielerisch zum Trinken zu motivieren - das seien die wichtigsten Ziele des Projekts "Fruchtalarm", das gestern in der Kinderkrebsklinik der Universität startete, sagte Leiterin Peggy Brammert. Das Projekt war 2010 auf Initiative eines Bielefelder Elternpaars initiiert worden, dessen achtjähriger Sohn an Krebs starb; seit 2012 wird es von der Von-Laer-Stiftung getragen. Mit Düsseldorf ist "Fruchtalarm" nun an der neunten Kinderkrebsklinik vertreten. Ziel der Stiftung ist es, an allen 57 Kinderkrebskliniken das Projekt anzubieten.

"Die süßen und sauren Cocktails sollen die Sinne der Kinder und Jugendlichen stimulieren", sagt Brammert. Für viele Patienten sei die "Tour" mit der Cocktail-Bar zudem eine Abwechslung im Klinik-Alltag. Freiwillige Helfer gehen jetzt dienstags von Zimmer zu Zimmer und mixen mit den Kindern die Getränke. Auch für ihre Familien können die Patienten Getränke zusammenstellen. Damit sie sich nicht anstecken, sterilisieren bzw. desinfizieren freiwillige Helfer wie Studentin Amelie Menke alle Gegenstände auf dem Wagen. Wie das geht, hat die 20-Jährige in einer Hygieneschulung gelernt.

(RP)