Düsseldorf: Friedrichstraße: Freuen aufs Ministerium

Düsseldorf: Friedrichstraße: Freuen aufs Ministerium

Das Innenministerium mietet die Portigon-Gebäude an der Friedrichstraße 62-80. Händler und Gastronomen reagieren erleichtert, weil die Mitarbeiter das Umfeld beleben und dort Geld ausgeben werden.

Leicht haben es die Händler an der Friedrichstraße nicht. Die Einkaufsstraße gilt zwar als eine der stärksten jenseits der Innenstadt, doch die Schließung der WestLB hat für Händler und Gastronomen zu spürbaren Einbußen geführt. Entsprechend erleichtert reagieren die Händler dort auf die Nachricht, dass der Umzug des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in die Ex-WestLB-Gebäude an der Friedrichstraße 62-80 beschlossene Sache ist. Innenminister Ralf Jäger hat gestern offiziell bekanntgegeben, dass der entsprechende Mietvertrag unterschrieben wurde.

"Wir haben eine Lösung nahe dem Landtag gesucht und gefunden", sagte er über die Wahl der Büros, die Ende 2014 bezogen werden sollen. Für die rund 850 Mitarbeiter ist der neue Arbeitsplatz zwar nicht weit vom alten entfernt: Etwa zehn Minuten Fußweg liegen zwischen dem bisherigen Sitz an der Haroldstraße und den künftigen Büros.

Dennoch kommen sie in ein neues Umfeld mit Geschäften und Cafés. Die Friedrichstraße ist besonders zur Mittagspausenzeit gut besucht — seit dem Auszug der WestLB aber nicht mehr im gleichen Maß wie früher. So sieht man es auch in der Pizzeria Kichererbse auf dem Kirchplatz, gleich gegenüber dem Bürokomplex. "Dieser Umzug ist eine gute Sache", sagt Mitarbeiter Rashid Blesa. Seit dem WestLB-Aus kämen weniger Menschen in der Mittagspause herüber. "Glücklicherweise läuft es bei uns auch so gut, wir haben Stammkunden", sagt er: Trotzdem glaubt er, dass nach dem Umzug wieder deutlich mehr Menschen kommen.

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Die Vorsitzende der Händlergemeinschaft "Die Friedrichstraße", Claudia Bremer, freut sich auf die Ministeriums-Beschäftigten, die künftig an der Straße einkaufen. "Leider dauert es ja noch eine Weile, aber es ist ein Lichtblick." Denn seit dem WestLB-Aus ist auch der Leerstand auf der Einkaufsstraße angestiegen, zudem haben sich einige Ein-Euro-Geschäfte angesiedelt. Stark vertreten sind aber seit Jahren auch Bäckereien und Friseurgeschäfte. "Das ist kein Zufall", sagt Bremer. "Viele, die im Büro arbeiten, holen sich mittags nur schnell ein Brötchen." Und gingen gerne schnell in der Pause zum Haareschneiden. "Ich hoffe aber auch, dass durch die neuen Kunden vielleicht auch einige Textilhändler angelockt werden, sich hier niederzulassen", so Bremer weiter. Denn Bekleidungsgeschäfte bringen Kundenfrequenz, laden zum Bummel über die Straße ein.

Jörg Menzel von Menzels Lokschuppen bezeichnet die Ansiedlung des Ministeriums als "sehr, sehr wichtig" für die Straße. Er erwartet vor allem eine Stärkung für die Nahversorger. "Ob es nun der DM-Drogeriemarkt oder der Rewe an der Ecke ist — die Leute aus den Büros nutzen die Straße für ihre alltäglichen Besorgungen." Doch auch alle anderen Händler würden vermutlich von der zusätzlichen Kaufkraft profitieren. Ähnlich sieht es Bezirksvorsteher Walter Schmidt: "Wenn diese vielen Büros gut genutzt sind, dann tut das der Friedrichstadt sehr gut."

Das Immobilienunternehmen Jones Lang LaSalle war bei der Vermietung an das Ministerium beratend für die Portigon AG tätig, ist exklusiv mit der Vermarktung der Flächen beauftragt. "Auch aus unserer Sicht ist das sehr positiv für die Friedrichstadt", sagt der Düsseldorfer Niederlassungsleiter Marcel Abel. Das Unternehmen habe von Beginn an die Qualität der Immobilie und die Attraktivität der Lage geglaubt, so der Experte. Dies bewahrheite sich nun — zumal man erst am 1. Oktober offiziell mit der Vermarktung des Komplexes Herzogstraße 15 beginnen wird. Abel: "Wir gehen davon aus, dass wir noch weitere Mieter von der sehr guten Qualität überzeugen können."

(RP)
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