Fridays for Future am Flughafen Düsseldorf

Demonstration in Düsseldorf : Friedliche Fridays for Future-Demo am Flughafen

Die Fridays-for-Future-Aktivisten demonstrierten am Freitag der Sommerferien am Düsseldorfer Flughafen. Ihre Forderung: Bleib am Boden!

Lautstark machten die Fridays-for-Future-Aktiviste am Düsseldorfer Flughafen auf sich aufmerksam. Ihr Motto: „Bleib am Boden“. Ortsgruppen aus der Region Niederrhein/Wupper reisten an, um ein Zeichen gegen den aus ihrer Sicht klimaschädlichen Flugverkehr zu setzen. „Das war sehr viel Organisation“, sagt Lukas Mielczark, Sprecher der Organisatoren. „Wir wollen hier richtig laut sein und Präsenz zeigen gegen ausufernden Flugverkehr“, begründet er sein Engagement.

Drei Wochen lang habe man nonstop das Projekt vorbereitet, zu dem sich laut Veranstalter rund 350 Teilnehmer einfanden. Sie protestierten mit einem „Die-In“, in dem sich Demonstranten quasi tot stellen, am Ende auch in einem Bereich des Flughafengebäudes. Forderungen der Demonstranten zielen darauf ab, dass „eine sozial verträgliche und bundesweite CO2-Abgabe eingeführt wird“. Dadurch soll die Infrastruktur für ein klimafreundliches Reisen verbessert und das Fliegen gleichzeitig unattraktiver gemacht werden.

Zum ersten Mal demonstrierten die Aktivisten damit am Düsseldorfer Flughafen. „Mir gefällt das, das junge Menschen, das nun in die Hand nehmen und mich stören die Beeinträchtigungen nicht“, sagt Meinolf Simon, der kam, um seinen Sohn nach einer Reise am Flughafen abzuholen. Verständnis herrscht auch bei einer Familie im Taxi, die die Demonstranten an sich vorbeiziehen lassen muss, bevor sie nach dem Urlaub Richtung Heimat fahren können: „Dann warten wir halt“, sagen sie. Pfadfinderin Pia Schulke aus Erkrath ist mit einer Gruppe gekommen und geht bei der Demo mit: „Wir sind sehr naturverbunden und haben mit den Kindern sogar das Sommerlager hier am Ort in Erkrath verbracht“, sagt sie. Jetzt möchten sie bei der Fridays-for-Future Demonstration gemeinsam ein Zeichen gegen den Flugverkehr setzten. Dazu entschloss sich auch Ursula Scheel (64): „Wir gehen hier mit und unterstützen das für unsere Enkel“, sagt sie. Oliver Sitt beobachtet den Start des Demonstrationszuges an der Frachtstraße: „ Der Druck ist notwendig, wir fliegen überhaupt nicht mehr als Familie“, sagt er.

Vom Fernbahnhof des Flughafens setzten sich die Demonstranten Richtung Ankunftsbereich in Bewegung. Sie singen, klatschen und pfeifen. Die Abschlusskundgebung beobachtet einen Familie aus Baden-Württemberg, die ab Düsseldorf nach Ägypten in Urlaub fliegen möchte: „Wir fliegen sehr gerne in die Ferien“, ist die einhellige Meinung, auch die Flugblätter der Fridays-for-Future Aktivisten ändern daran nichts. „Die ändern doch ohnehin nichts“, sagt ein Mann, der am Flughafen arbeitet. Er ärgert sich, ähnlich wie einige Taxifahrer, dass die jungen Leute alles aufhalten. Auf Konflikte haben sich die Veranstalter eingestellt, sie wollen deeskalierend wirken und mit den Fluggästen sprechen. Das am Ende alles friedlich verläuft, freut sie. „Wir durften alle ins Terminal, es hat sehr gut funktioniert“, sagt Lukas Mielczark.

Die Forderungen der jungen Aktivisten fasst Julius von der Burg (14) vor dem Start zusammen: „Denkt bitte über euren Konsum nach. Und bei Inlandsflügen, kann ich nur jedem den Tipp geben, nutzt die Bahn“, sagt er. Dass alles friedlich und ohne große Beeinträchtigungen funktionierte, bestätigt Flughafenpressesprecher Thomas Kötter. Mit den Demonstranten habe es auch Gespräche gegeben: „Klimaschutz geht uns alle an. Deswegen ist es gut, dass sich die jungen Leute in Bewegungen wie „Fridays for Future“ engagieren und der Klimaschutz eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Jeder sollte überlegen, wie er in seinem Alltag den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren kann“, sagt er. Fakt sei aber auch, das das Mobilitätsbedürfnis heutzutage ebenfalls Teil der modernen Gesellschaft sei.  „Eine freie und globalisierte Welt ist ohne Luftverkehr nicht denkbar. Daher sollten wir den Wunsch der Menschen nach Mobilität respektieren. Eine Verzichtsdebatte bringt niemanden weiter. Klimabewusstem Reisen wird in Zukunft aber eine deutlich größere Bedeutung zukommen“, sagt er.

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