1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Freundin vergewaltigt: Acht Jahre Haft für 40-Jährigen

Düsseldorf : Freundin vergewaltigt: Acht Jahre Haft für 40-Jährigen

Viermal soll ein Mann seine Freundin im Zeitraum eines knappen Jahres vergewaltigt haben, hinzu kamen Vorwürfe der Bedrohung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Vor Gericht stand die Aussage der Frau gegen die des Angeklagten, an der Wahrheit ihrer Aussage hatten Richter und Strafkammer jedoch keinen Zweifel.

Schon einmal stand der 40-Jährige wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht, die Taten beging er im Jahr 2007 an seiner damaligen Freundin. Das Urteil: drei Jahre Haft, erst im vergangenen Jahr kam der türkischstämmige Mann frei. Der neue Fall, in dem gestern das Urteil fiel, betrifft Ereignisse, die noch vor dieser Haft geschehen sind.

Etwa ein Jahr war Yasar Ö. mit seiner Freundin zusammen. Laut Aussage dieser sei es eine "harmonische Beziehung" gewesen, bis Ö. Ende 2009 erstmals den Verdacht äußerte, sie gehe ihm fremd. Seine Freundin leugnete das, es kam zum Streit. Mehrfach beschuldigte er seine Freundin in den folgenden Monaten, schlug sie ein Jahr später so sehr ins Gesicht, dass ihr ein Zahn abbrach. Noch mehrfach bedrohte, schlug und erniedrigte Ö. sie danach, stach ihr bei einem Streit sogar ein Messer in den Oberarm. Im Laufe eines knappen Jahres soll der 40-Jährige seine Partnerin zudem mehrfach vergewaltigt haben, ehe er wegen der Verbrechen gegen seine vorherige Freundin im November 2011 verhaftet wurde.

Die Verteidigung plädierte gestern auf Freispruch und betonte, dass sie sich die Narbe des Messerstichs und weitere Verletzungen auch auf anderem Wege zugezogen haben könnte. Außerdem seien die Schilderung der Partnerin des Angeklagten nicht immer "konsistent" gewesen. Die Verteidigung betonte, dass es "nicht normal" gewesen sei, dass die Frau sich nach den Vergewaltigungen nicht an ein Frauenhaus gewendet habe, sondern bei ihrem Partner blieb. Es bestehe der Verdacht, dass sie ihn aus Eifersucht anzeigte, nachdem sie von seiner neuen Freundin erfahren hatte.

Diese Ansicht teilte der Richter nicht. Die Frau habe "Details" geschildert, die zur Belastung des Angeklagten nicht nötig gewesen seien. Auch ließ sie einige Informationen nicht aus, die sich zur Entlastung ihres Freundes auslegen ließen. Die Tatsache, dass sie erst nach längerer Zeit Anzeige erstattete, sei "typisch für solche Situationen". Gegen das Urteil von acht Jahren Freiheitsstrafe will die Verteidigung Revision einlegen.

(RP)