1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Freizeit

Verein in Düsseldorf setzt sich für Wale im Meer ein

Schneeballgeschichten : Düsseldorfer kämpfen für Pottwale

Miriam Steen organisiert den Verein „Pottwale“. Die Düsseldorfer Organisation ist vor Teneriffa und sogar am Rhein für die Meeressäuger aktiv.

Als beim Rhine-Clean-up-Day Ende 2019 viele Düsseldorfer das Rheinufer von herumliegendem Abfall säubern wollten, staunten die Passanten nicht schlecht. Am Flussufer an den Oberkasseler Rheinwiesen lag ein gut 15 Meter großer Pottwal. Dann war Aufatmen angesagt: der Meeressäuger war nicht echt, es war eine Nachbildung, die die Menschen auf ein Problem aufmerksam machen sollte: „Pottwalen geht es in den Meeren nicht gut“, sagt Miriam Steen. Sie arbeitet für „Pottwale e.V.“ – einem Verein, der seinen Sitz in Düsseldorf hat, sich aber dort für die Meeressäuger engagiert, wo sie in den Meeren leben und wo sie gefährdet sind.

Miriam Steen hat sich schon als Jugendliche für den Tierschutz interessiert und ist als 16-Jährige zu Greenpeace gekommen. Bei einer Veranstaltung der Umwelt- und Tierschutzorganisation lernte sie Andrea und Wilfried Steffen kennen. Das Düsseldorfer Ehepaar hatte sich nach seinem Berufsleben dem Schutz der Pottwale verschrieben und überzeugte Miriam Steen schnell zum Mitmachen. „Anders als die freundlich aussehenden Delfine haben Pottwale kaum eine Lobby“, sagt sie und organisiert inzwischen schon viele Jahre den Verein vom heimischen Schreibtisch ihrer Wohnung in Golzheim aus. Zu ihren Aufgaben gehört, Spenden zu sammeln, die Vereinsmitglieder über Neuigkeiten zu informieren oder eben das Organisieren von Aktionen wie die Pottwal-Figur am Düsseldorfer Rhein.

  • Ein F-16-Kampfflugzeug der US Air Force
    Aufrüstung am Schwarzen Meer : USA liefern Bulgarien acht F-16-Kampfjets
  • DO: Ulrike Charly Braun pflegt verletzte
    Wildtierschutz in Dormagen : Eine „Rabenmutter“ aus Leidenschaft
  • Der Infopoint der Stadt Düsseldorf am
    Trotz technischer Probleme : Registrierung der Ukraine-Flüchtlinge in Düsseldorf hat begonnen
  • Schieben gemeinsam eine ruhige Kugel: Peter
    Sportangebote des TSV Urdenbach : Eine Bouleanlage für den TSV Urdenbach
  • Die Mentees Mohammed und Lamees (vorne)
    Aktion „Wir für Düsseldorf“ : Klüh spendet 50.000 Euro für Ukraine und Migranten
  • Spendenübergabe im Essener Universitätsklinikum.⇥foto: verein
    25.000 Euro : Erkelenzer „12 Zylinder“ spenden für kranke Kinder

Miriam Steen steht immer im engen Kontakt zum Ehepaar Steffen, das einige Jahre auf der karibischen Insel Dominika gelebt hat, um die dort vor der Küste lebenden Pottwale zu schützen. Das Problem sei, so erklärt Miriam Steen, dass die Zahl der Kreuzfahrten stark zugekommen habe und damit auch das Whale-Watching. „Die Tiere brauchen aber viele Ruhe, um zu jagen oder sich um den Nachwuchs zu kümmern.“

Auch werden die Tiere oft durch Schiffsschrauben verletzt. Die Folge ist, dass sich die Wal-Population halbiert hat. Zum Engagement der Steffens gehört, die dort heimische Bevölkerung über die Bedrohung der Wale zu informieren und die Insel-Regierung zum Handeln zu bewegen. Mit Erfolg, erzählt Miriam Steen. „Viele Kinder der Insel können nicht schwimmen und lernen dadurch erst, welche Tiere in ihren Meeren leben.“ Und der Inselstaat Dominika habe inzwischen gegen weitere Walfänge gestimmt. Einmal hat Miriam Steen die Steffens in der Karibik besucht und Wale beobachtet. „Das war so beeindruckend, es nimmt einen den Atem vor Glück.“

Die neue Aufgabe des Vereins ist der Schutz von Walen und Delfinen vor Teneriffa. Die Steffens leben inzwischen auf dieser kanarischen Insel und wollen ihr Engagement fortsetzen. Whale-Watching-Fahrten sind dort beliebt – und haben das gleiche Problem verursacht wie vor Dominika. „Wir setzten uns nun für das Ziel ein, Whale-Watching nachhaltiger zu machen“, sagt Miriam Steen. Die Anzahl der Boote müsse reduziert und die Motoren leiser werden.

Um auch in Düsseldorf ein Bewusstsein für diese großen Tiere des Meeres zu schaffen, kommen die Steffens ab und zu in ihre Heimatstadt, zum Beispiel, um Vorträge zu halten. Dieses Ziel hat auch Miriam Steen für sich gesetzt, denn durch ihre Vereinsarbeit hat sie sich großes Fachwissen angeeignet. „Ich würde mich freuen, wenn Schulen an unserem Verein zum Schutz von Walen und Delfinen Interesse zeigen“, sagt sie. „Ich komme dann gern in die Klassen, um den Schülern und Schülerinnen von dem Engagement der Steffens zu erzählen.“ Material gibt es genug; das Ehepaar hat zum Beispiel ein reich bebildertes Buch veröffentlicht und ein echter Wal-Zahn erweckt eine Vorstellung über die Größe der Tiere. „Auch beim Rhine-Clean-up in Düsseldorf wollen wir wieder mitmachen“, sagt Miriam Steen. Gut möglich also, dass im September wieder ein Wal am Rheinufer liegt.

Info und Kontakt im Internet unter www.pottwale.de