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Uhrenturm Düsseldorf öffnet zwei Jahren wieder

Kultur in Düsseldorf : Uhrenturm öffnet nach zwei Jahren wieder für Besucher

Das wohl kleinste Museum Düsseldorfs feiert am 19. Juni seine Wiedereröffnung mit zwei Ausstellungen. Zu sehen sind Porträtfotos von Oliver Steller.

Der Uhrenturm an der Grafenberger Allee hat schon viel überstanden, immerhin wurde er bereits um 1904 als Teil einer Maschinenfabrik für Eisenbahn-, Bergwerks- und Schiffsgeräte gebaut. Nach Kriegen, Krisen und Firmenpleite wurde er wohl zum ungewöhnlichsten Museum Düsseldorfs, nachdem 1996 die Hermann-Harry-Schmitz-Societät eingezogen ist und sich dem Düsseldorfer Satiriker (1880 bis 1913) gleichen Namens widmet.

Das 25-jährige Bestehen des Kunstraumes konnte jedoch nicht gefeiert werden – der Uhrenturm und die Ausstellungen mussten sich der Corona-Pandemie geschlagen geben. „Im begrenztem Raum des Uhrenturmes konnten wir den damals vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht garantieren“, sagt Klaus Lehmann von der Hermann-Harry-Schmitz-Societät.

Nun aber öffnet das auffällige Gebäude wieder nach dieser etwas mehr als zweijährigen Zwangspause und präsentiert eine Ausstellung mit Fotos von Oliver Steller. „German People“ heißt die Schau mit 20 Schwarz-Weiß-Porträts.

Steller ist eigentlich Sänger und rezitiert Texte von Christian Morgenstern und Rainer Maria Rilke, auch Lieder für Kinder hat Steller in seinem Portfolio. Klaus Lehmann und Oliver Steller kennen sich seit gut 20 Jahren, zuletzt hatten sie in der Pandemie im Dezember 2020 noch ein Konzert im Uhrenturm veranstaltet, „was noch ein bisschen Geld für beide Seiten gebracht hatte“, so Lehmann. Der Uhrenturm und die Hermann-Harry-Schmitz-Societät konnten sich während der Lockdowns durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzieren, der Musiker Oliver Steller musste sich jedoch komplett neu orientieren. „So kam er auf seine alte Leidenschaft, die Fotografie, und konnte sich ein weiteres Standbein für den Lebensunterhalt aufbauen“, sagt Lehmann. „Die Fotografie wurde zu seiner neuen Profession.“ Stellers Fotografien zeigen deutsche Bürger, die wegen ihres Migrationshintergrund oft noch für Ausländer gehalten werden. „Wir finden diese Bilder sehr spannend“, sagt Lehmann.

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Der Verein wird auf der dritten Etage des Uhrenturms gleichzeitig mit der Steller-Präsentation eine neue Kabinettausstellung vorstellen. Zu sehen sind Bilder des Düsseldorfer Fotografen Jojo. Er fotografiert seit den späten 1960er-Jahren. Unter dem Titel „Look to the Music“ werden Musikerporträts aus der Jazz- und Rockszene seit den 1970er-Jahren zu sehen sein. Jojo präsentiert unter anderem ein Foto, das er einst von Musiker Jimi Hendrix gemacht hat.

Beide Ausstellungen werden am Sonntag, 19. Juni, um 12 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Zu Gast ist zu dieser Zeit auch das Künstler-Duo Sylvie Norhausen und Stephen Reader, die vor dem Uhrenturm ihre Performances „Songs from Unfoundland“ präsentieren. Besucher sind bei freiem Eintritt willkommen. Die Ausstellungen sind anschließend bis zum 3. Juli zu sehen. Mit dem Neustart wurden auch die Öffnungszeiten vom Uhrenturm verändert. Früher war das Gebäude nur montags geöffnet. „Nun freuen wir uns täglich Besucher empfangen zu können“, so Lehmann. Der Uhrenturm ist nun montags bis freitags, 18 bis 20 Uhr, sowie samstags und sonntags, 14 bis 16 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Uhrenturm, Grafenberger Allee 300