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Test der Parkouring-Anlage in Garath

Garath : Parkouring ist zu 90 Prozent Kopfsache

Alle zwei Wochen samstags gibt es einen Workshop in dem im Frühjahr eröffneten Bewegungspark an der Stettiner Straße.

Maik Fröhndrich stützt seine Hände auf der etwa ein Meter hohen Mauer ab, zieht seine Beine unter dem Körper hindurch und überwindet das Hindernis, ohne es zu berühren. Die Parkour-Übung „Katze“ sieht bei ihm bereits sehr locker aus, obwohl er am Samstag im Bewegungspark an der Stettiner Straße das erste Mal an dem alle zwei Wochen an einem Samstag stattfindenden kostenlosen Parkourworkshop von Nikolai Kutscha und Paul Schaa von Parkour Düsseldorf teilgenommen hat.

Wie die „Katze“ bei erfahrenen Traceuren – wie Parkoursportler auch genannt werden – aussehen kann, zeigen Nikolai Kutscha und Paul Schaa den Kursteilnehmern. Der fast zwei Meter große Nikolai beugt sich mit dem Oberkörper nach vorne, während Paul etwas Anlauf nimmt und mit scheinbarer Leichtigkeit über dessen Rücken springt.

Damit demonstrieren sie gleichzeitig eine Besonderheit ihres Sports: „Für Parkour braucht man nichts außer sich selbst – und ein bisschen Mut. Das macht es so interessant“, sagt Nikolai. Außer Blasen an den Fingern, ein paar Schürfwunden und Prellungen haben die beiden in jeweils sieben Jahren als Traceur noch keine Verletzung gehabt. „Bei Parkour geht es vereinfacht erstmal darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Das möchte man natürlich noch möglichst schön und so machen, dass man dabei auch noch gesund bleibt“, erklärt Paul.

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Aus diesem Grund ist ein ausführliches Aufwärmtraining wichtig. Dabei werden insbesondere die Hand- und Fußgelenke gedehnt. Dabei berichtet jeder Teilnehmer kurz, welche Erfahrung er mitbringt. Maik Fröhndrich ist mit seinen 53 Jahren zwar mit Abstand der älteste der neun Teilnehmer – der Rest ist zwischen zwölf und 21 Jahre alt – aber nur die wenigsten haben Erfahrung mit Parkouring.

Während des Aufwärmens springen andere sichtlich erfahrenere  Traceure über die roten und grauen Mauern aus Granulat in über zwei Metern Höhe und hangeln sich an den Metallstangen scheinbar mühelos entlang. Einige Teilnehmer würden am liebsten direkt mitmachen. Doch erst einmal müssen die Grundlagen sitzen. Nikolai und Paul erklären, was es beim Springen und Landen zu beachten gibt. Ein Traceur möchte immer auf den Fußspitzen statt auf der Ferse landen, um sicher zu stehen. Dafür machen die Sportler zu Beginn eine Trockenübung. Sie halten sich die Ohren zu und hüpfen hoch. Einmal mit falscher und einmal mit richtiger Landung. Schon an dem Geräusch hören alle, dass die Zehenlandung deutlich sanfter und kontrollierter ist. Es fängt an zu regnen, außer den Teilnehmern an dem Workshop ist niemand mehr im Bewegungspark. Doch keiner der Parkour-Sportler lässt sich von den Bedingungen davon abhalten, einfach weiterzumachen,   allen macht es sichtbar Spaß.

Nach einer kurzen Weile hört der Schauer auf und die Teilnehmer lernen, Hindernisse zu überwinden. Neben der „Katze“ demonstrieren Nikolai und Paul unter anderem den „Speed“, bei welchem eine Hand und ein Fuß aufgestellt werden, während das andere Bein einfach unter dem Körper durchgezogen wird, sodass sie direkt weiterlaufen können.

Teilweise erinnern die Übungen an Bockspringen in der Schule. Alle wissen, dass eigentlich nichts Schlimmes passieren kann, aber trotzdem zögern manche vor dem Sprung. „Es ist zu 90 Prozent Kopfsache“, meint Paul, „auch ich habe manchmal noch eine richtige Blockade. Aber das macht Parkour so spannend – man muss sich immer wieder aufs Neue überwinden.“ Er teilt sich größere Herausforderungen in kleinere Aufgaben ein, so fällt ihm die Überwindung bedeutend leichter.

Bei Parkour ist es normal, dass eine Bewegung dutzendmal geübt wird, bevor sie sitzt. Nikolai gibt ein Praxisbeispiel: „Für mich ist es im Alltag absolut kein Problem mehr, über Mauern zu springen.“ Teilnehmer Maik Fröhndrich hat der Unterricht gefallen und er ist sich sicher: „Ich komme wieder.“