St. Martin 2019 in Düsseldorf: Infos zum großen Martinszug in der Altstadt

Martinszug in Düsseldorf 2019 : Sankt Martin reitet durch die Stadt

Am Sonntag führt der große Martinszug durch die Altstadt. Auch in den Stadtteilen wird der Brauch gefeiert. Außerdem zeigen viele Kinder ihre selbst gebauten Martinslaternen.

Düsseldorf steht in diesen Tagen ganz im Zeichen von St. Martin. Dem alten Brauch folgend ziehen rund 140 Martinszüge durch die Landeshauptstadt. Hinter St. Martin hoch zu Ross folgt traditionell die große Kinderschar, deren junge Teilnehmer auch heute noch vielfach stolz ihre selbst gebastelten Laternen präsentieren.

Höhepunkt des Martinsbrauchtums ist der abendliche Zug durch die Straßen und Gassen der Düsseldorfer Altstadt am Sonntag, 10. November. Im Jahr 1886, also vor mehr als 125 Jahren, wurde dieser Zug erstmals organisiert. Dieser Zug durch die Altstadt beginnt Sonntag, 17 Uhr, an der Lambertusstraße und zieht über Mühlenstraße, Burgplatz, Kurze Straße und Hunsrückenstraße auf die Bolkerstraße zum Marktplatz.

Zur Einstimmung wird ab 16.30 Uhr vor dem Rathaus die Geschichte von Sankt Martin verlesen. Gegen 17.30 Uhr ist auf dem Marktplatz die erste Mantelteilung zu erleben. Von dort geht es rund um den Carlsplatz und weiter über Mittelstraße und „Rheinort“ zum Burgplatz, wo gegen 18 Uhr die zweite Mantelteilung stattfinden wird. Die Darstellung von St. Martin liegt in bewährten Händen. Als St. Martin reitet der 66-jährige Engelbert Jäger im Zug.

Die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes ist für den großen Zug verantwortlich und sie organisiert auch eine Reihe von Veranstaltungen, die das Brauchtum zum Martinsfest stärken sollen. Dazu gehört vor allem eine Ausstellung von Martinslaternen. In diesem Jahr haben wieder zahlreiche Kinder mitgemacht. Die besten Arbeiten werden prämiert. Vor der Mantelteilung auf dem Marktplatz wird Oberbürgermeister Thomas Geisel die Preise im Rathaus überreichen.

In den Tagen rund um den Martinstag findet zudem an jedem Abend in mindestens einem Düsseldorfer Stadtteil ein Martinszug statt, bei dem Kinder und Erwachsene mit erleuchteten Laternen hinter Ross und Reiter herziehen und die überlieferten Lieder singen. Während in den Stadtteilen oft Schulen, Kindergärten oder Schützenvereine als Veranstalter der Martinszüge fungieren, hat sich für die Düsseldorfer Altstadt 1926 die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes zusammengefunden.

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Die Bräuche zum Martinsfest reichen bis weit ins Mittelalter zurück. Das liegt sicher auch daran, dass der Ruf des Hl. Martin schon im 11. Jahrhundert von Franken bis in das Sachsenland gedrungen war. Bereits im fünften Jahrhundert wählten ihn Kirchen, Klöster und Hospitäler zum Patron. Das geradlinige Eintreten von Martin für das Christentum mag dazu beigetragen haben.

Der Sohn eines heidnischen römischen Offiziers, 316 in Westungarn geboren, ließ sich mit 18 Jahren taufen. Zuvor hatte er vor Amiens noch als Heide aus Barmherzigkeit mit einem Bettler seinen Soldatenmantel geteilt. Bald nach der Taufe verließ Martin das Heer und wurde Einsiedler. Er lebte in verschiedenen Klöstern und wurde schließlich um 370 gegen seinen Willen zum Bischof von Tours in Frankreich gewählt. 397 soll er gestorben sein.

Der Martinszug durch die Düsseldorfer Altstadt findet 2019 zum 103. Mal statt. Weil er das Land NRW prägt, ist dieses Winterbauchtum im vergangenen Jahr in das „Verzeichnis des immateriellen NRW-Kulturgutes“ aufgenommen worden. Diese Anerkennung ist ein erster Schritt für die Aufnahme ins Weltkulturerbe der Unesco, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

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