RhineCleanUp in Düsseldorf: Toter Pottwal am Rheinufer mahnt zur Sauberkeit

RhineCleanUp-Tag im September : Toter Pottwal am Oberkasseler Rheinufer mahnt zur Sauberkeit

Bei den ersten RhineCleanUp-Tagen haben mehrere tausende Mitmacher so viel Beute gemacht, dass sie nun hoffen, beim nächsten Mal – am 14. September – noch mehr Müll am Ufer des Stromes sammeln zu können. Die Macher sind vom Erfolg der in Düsseldorf geborenen Idee selbst überrascht.

Mit so viel Resonanz hatte die Initiative nicht gerechnet, gibt ihr Sprecher Joachim Umbach zu. Offenbar aber galt der Spruch: „Eine Idee, deren Zeit gekommen ist, kann man nicht aufhalten.“ In Zeiten von Klimawandel und Schüler-Demos für mehr Umweltschutz trifft der RhineCleanUp den Nerv der Zeit: im Herbst, so erwarten es die Veranstalter, werden in rund 100 Kommunen mehr als 20 000 Helfer alles einsammeln, was nicht ans Rheinufer gehört. Mindestens 200 Tonnen Müll will man wegschaffen – und die Ergebnisse des Vorjahres und der Aktion jetzt im April lassen diese Schätzung als absolut realistisch erscheinen, sagt Ingo Lentz. Er weiß, wovon er redet: über Jahre hat er den Dreck-Weg-Tag in Düsseldorf organisiert, sozusagen die Keimzelle des RhineCleanUp.

Unterstützung kommt von unterschiedlicher Seite. Die vier Umweltminister der Bundesländer, durch die der Rhein fließt – also Baden-Württemberg (Franz Untersteller), Rheinland-Pfalz (Ulrike Höfgen), NRW (Ursula Heinen-Esser) und Hessen (Priska Hinz), übernehmen die Schirmherrschaft. Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) wird ab Juni in ihren 17 Besucherzentren auf die Aktion hinweisen. Bürgermeister der beteiligten Kommunen sind ebenfalls sehr rührig und aktivieren ihre Kollegen. Zudem kümmern sie sich darum, dass jeweils der Abtransport des Abfalls durch die jeweiligen Müllentsorgungsbetriebe gewährleistet ist.

Besonders stark ist die Hilfe auf der Rheinschiene Köln, Düsseldorf, Duisburg. Die Kölner Gruppe K.R.A.K.E. des Schauspielers Christian Stock hilft, in Düsseldorf ist „Pro Düsseldorf“ mit Klaus Vorgang dabei. Und mit der Deutschen Postcode Lotterie hat man einen neuen Hauptunterstützer gefunden. Das Geld aus dieser Soziallotterie hilft, die vielen tausend Helfer mit Müllsäcken, Handschuhen und Greifern zu versorgen. Saschas Maas, Geschäftsführer der Postcode Lotterie: „Der RhineCleanUp stärkt das soziale Miteinander und tut Gutes für die Umwelt – das passt zu unseren Grundprinzipien.“

Als spektakuläres Symbol für die Verschmutzung der Meere wird am Oberkasseler Rheinufer ein scheinbar verendeter Pottwal liegen. Der – natürlich nicht echte – sehr echt wirkende Kadaver wird vom Verein Pottwale e.V. gestellt, eine Initiative der Düsseldorfer Familie Steffen, die seit langem den Schutz dieser Meeressäuger unterstützt.

Während der nun beginnenden Grill- und Partysaison am Rheinufer werden Mitglieder des RhineCleanUp an schönen Sommerabenden und –tagen am Rheinufer dort feiernde Menschen ansprechen, ihnen Müllsäcke für den Abfall übergeben und auf die Problematik der verschmutzten Rheinwiesen hinweisen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Freiwillige Helfer säubern Rheinufer in Düsseldorf

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