Düsseldorfer Kulturstätten: Ein Institut für die polnische Kultur 

Die Einrichtung versteht sich als Botschafter zwischen Polen und Deutschland. Es gibt Ausstellungen, Workshops, Musik und Film.

Geschichte Die Gründung des Polnischen Instituts in Düsseldorf im Jahr 1993 geht auf den politischen Umbruch in Mittel- und Ost-Europa in den Jahren 1989/90 zurück. Neben Instituten in Berlin und Leipzig ist es das einzige in einem westlichen Bundesland. Als rechtliche Grundlage fungierte der Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundliche Beziehungen vom 17. Juni 1991. Die staatliche Einrichtung ist dem polnischen Außenministerium unterstellt. Ihre Aufgabe ist die Präsentation unterschiedlicher Facetten polnischer Kultur sowie der Politik, Geschichte, Gesellschaft und Bildung für die Förderung der gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschen und Polen.

Ausstattung Das denkmalgeschützte Haus wurde im 17. und 18. Jahrhundert erbaut und 1979/80 durch die Krakauer Werkstätten für Denkmalpflege aufwendig restauriert. Es verfügt über unterschiedliche Räumlichkeiten für Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen und Seminare.

Darüber hinaus gibt es eine öffentlich zugängliche Bibliothek mit rund 7500 Bänden aus Belletristik, Geschichte und Landeskunde sowie 1200 Medien wie Musik-CDs, Film-DVDs und CD-Roms. Informationen zum aktuellen Tagesgeschehen liefert eine große Auswahl deutscher wie polnischer Presse.

Programm Die vermittelte Kulturpolitik wird betrachtet aus einem gesamteuropäischen Blickwinkel, der auf eine Zusammenarbeit innerhalb der EU fokussiert ist. Neben der Stellung Polens im Kontext politischer Beziehungen in Mittel- und Osteuropa geht es darüber hinaus auch um den polnisch-jüdischen Dialog.

Das aus sieben Personen bestehende Team um Institutsdirektor Wojziech Poczachowski und seiner Stellvertreterin Dominika Swietonska veranstaltet regelmäßig Ausstellungen, Seminare, Vorträge, Diskussionen sowie Workshops rund um die polnische Kultur.

Das breit aufgestellte Kultur-Programm des Polnischen Instituts ist eine wichtige Bereicherung für das Düsseldorfer Kulturleben. Es zeigt seine Wirkung in ganz NRW, insbesondere durch die aktive Beteiligung an Kulturangeboten deutscher Museen und Hochschulen, Theaterbühnen und Kulturfestivals sowie Konzert- und Filmprogrammen. So sind in Düsseldorf polnische Filme regelmäßig in der Black Box, dem Kino des benachbarten Filmmuseums, Schulstraße 4, zu sehen. Polnischer Jazz bereichert stets das musikalische Spektrum der Jazz Rally, die vom 6. bis zum 9. Juni wieder viele Besucher nach Düsseldorf ziehen wird.

Vorschau Nach den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens im vergangenen Herbst kehrt das Polnische Institut zum Alltagsgeschäft zurück. In der Ausstellung „Lenica, Kubica und Freunde“, die noch bis zum 31. März 2019 zu sehen ist, wird polnische Plakatkunst von 1985 bis 2018 präsentiert.

„SELTSAM“ lautet der Titel der Ausstellung mit Fotos von Weronika Gesicka. Mit verfremdeten Vintage-Fotos kreiert die Künstlerin Bildwelten, die auf bisweilen verstörende Art und Weise Ergebnisse individueller Erinnerung hinterfragen.

Zu einer Lesung mit Schauspielerin und Synchronsprecherin Katharina Spiering lädt das Polnische Institut für den 23. März ein. Spiering liest aus Katarzyna Bondas Buch „Der Rat der Gerechten“. Ort dieser Lesung ist die Oberkasseler Buchhandlung Gossens, Luegallee 109.

Mehr von RP ONLINE