Neue Show im Apollo Varieté Düsseldorf

Neue Show im Apollo Varieté Düsseldorf : Entführung in Himmel und Hölle

Temporeich, mit fetziger Live-Musik und außergewöhnlicher Akrobatik ist das neue Programm „Highway to Heaven“ im Apollo Varieté.

Wenn Adrian Paul, Sohn von Impressario Bernhard, Regie führt, geht es fetzig und rockig zu. Da stimmt jedes Detail, da passen die live gespielten Songs perfekt zu jeder Darbietung. Und es ist temporeich, es gibt kaum Zeit zum Durchatmen bei der neuen Show „Highway to Heaven“ im Apollo Varieté, die jetzt Premiere feierte. Wenn der junge Paul inszeniert, gibt es das, was früher nur selten vorkam: stehend dargebrachte Ovationen und die Bitte um Zugabe – selbst vom anspruchsvollen Premieren-Publikum.

Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, zwischen Engeln und Teufeln, zwischen Schwarz und Weiß. Dazu das passende Bühnenbild, das Designer Dimitri Filbert diesmal ein wenig zurückhaltend gestaltet hat. Davon profitiert die ausgeklügelte Lichtshow.

Star des Abends ist Sänger Max Buskohl, der als gern gesehener Gast schon bei der Premiere von Paul Juniors Programm Route 66 und in der Weihnachtsshow auftrat. Sein Repertoire reicht von AC/DC über Robbie Williams bis Led Zeppelin. Ihm zur Seite steht die Apollo-Band, gut aufeinander abgestimmt. Hier spielt Regisseur Adrian Paul wieder die Rhythmusgitarre – sogar in Rollschuhen. Denn das Multitalent tritt in drei Funktionen auf, zusätzlich als Mitglied von „Les Paul“, wo er mit seinen Schwestern Lili und Vivian wie mit deren Partner Jemile Martinez gleich zu Beginn eine rasante Rollschuh-Darbietung präsentiert. Da bleibt ihm nicht viel Zeit zum Durchatmen, während Martinez erst nach der Pause auftritt und mit einer Fußball-Jonglage begeistert. Auch Vivian Paul tritt noch einmal auf: Mit ihrer Luft-Ring-Nummer verzaubert sie die Gäste und lässt am Ende – das ist ihr Markenzeichen – Goldstaub regnen.

Poesie bringen Andrew und Sascha mit ihrer Strapaten-Regenschirm-Nummer. Joel Hertzfeld kommt in Jeans und Lederjacke daher und zeigt abwechselnd Handstandkunst und Reifen-Akrobatik. Neu im Apollo ist Yan Sokolovskyy mit einer ungewöhnllichen Fahrrad-Nummer. Wagemutig vor allem für seine Partnerin Maria, die auf dem Boden liegend Jans zentimetergenaue Sprungartistik stoisch über sich ergehen lässt. Die drei muskulösen Messoudi Brothers bilden dann den Schluss der Akrobatik-Show mit einer athletischen Hand-auf-Hand-Nummer – in Anzug und Lackschuhen. Zurück zur Musik: Zum Auftakt singt ein kleiner Chor „Amazing Grace“. Dann kommt Max Buskohl auf die Bühne, ganz in Weiß mit einer Jacke, auf der am Rücken silberne Flügel aufgenäht sind. Die Band spielt AC/DCs „Highway to Hell“, es folgen Rammsteins „Engel“ und Robbie Williams’ „Angels“. Dazu passt wie immer das in außergewöhnliche Kostüme gekleidete Ballett, das die 1,25 Meter große Argentinierin Noelia Pompa ergänzt.

Wie aus einem Guss ist die Show, der jedoch Moderatorin Chantall, eine Berliner Kodderschnauze, ein wenig das Tempo nimmt. Sie hat freche, manchmal auch schlüpfrige Sprüche in ihrem Repertoire. Das wäre alles ganz nett, ist aber zu sehr in die Länge gezogen und grenzt, als sie einen Gast auf die Bühne holt, an Peinlichkeit. Dennoch: Sie hat eine große Fangemeinde. Dem Publikum hat es gefallen.

Die Show endet mit Musik. Da wird noch einmal richtig abgerockt mit „Highway to Hell“ und Bon Jovis „Livin’ on a Prayer“ in der Zugabe. Leise geht dann die Show zu Ende, wenn Max Buskohl nur von Marc Scholz an der Gitarre begleitet Led Zeppelins „Stairway to Heaven“ singt. Besser kann ein Schluss für „Highway to Heaven“ nicht sein.

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